Riad - Saudi-Arabien, wichtigstes Mitglied der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und wichtigster Öllieferant Chinas wie auch der USA, will seine Ölförderkapazität bis spätestens 2009 auf 12,5 Mio. Fass pro Tag ausweiten. Das sagte Ölminister Ali al-Nueimi am Montag in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad.

"Die Produktion des Königreichs erreicht momentan neun Mio. Fass pro Tag, und wir haben eine Förderkapazität von elf Millionen Barrel", fügte er hinzu.

Die derzeitige Planung sehe eine Ausweitung der Kapazität auf 12,5 Mio. Fass (je 159 Liter) bis 2008 oder 2009 vor. Bis Ende dieses Jahres werde die Produktion auf dem Niveau von neun Mio. Fass bleiben, sagte Nueimi. Die Ölreserven des Königreichs entsprächen derzeit der Produktion von 51 Tagen. "Wir erwarten nicht, dass die Reserve im zweiten Quartal dieses Jahres auf mehr als 52 Tage anwachsen wird."

Opec-Öl spürbar teurer

Opec-Öl hat sich vergangene Woche spürbar verteuert. Der aus sieben Sorten bestehende Korbpreis erhöhte sich von 40,13 auf 41,68 US-Dollar (31,97 Euro) pro Fass, wie das Sekretariat der Organisation Erdöl exportierender Länder am Montag bekannt gab.

Am Freitag stieg der Preis von 42,56 auf 42,68 Dollar. Bisher kostete das Opec-Öl diesen Februar nach Angaben des Sekretariats im Schnitt 40,93 Dollar je Barrel - nach 40,24 Dollar im Jänner und 35,70 Dollar im Dezember. Im Vorjahr lag der Preis im Schnitt bei 36,05 Dollar, nach 28,10 Dollar im Jahr 2003.

Der EU-Raum muss nach Einschätzung von Energiemarktexperten bald mehr für Strom und Gas bezahlen. Bei Öl und Kohle erwarten die meisten Experten dagegen vorerst stabile Preise.

Beim Strom gehen 55 Prozent der mehr als 200 befragten Experten aus der Wissenschaft und der Energiebranche von steigenden Preisen in den kommenden sechs Monaten aus, 44 Prozent rechnen mit stagnierenden Kosten. (Reuters, dpa, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.02.2005)