An die zwei Millionen von Österreicher sind bereits in Immobilien investiert, denn sie besitzen ein Eigenheim, meist mit hohen Schulden finanziert. Viele erwerben auch eine Vorsorgewohnung, die sie vermieten, und manche legen ihr Geld in heimische Immobilienfonds oder -aktien an, wie die Immofinanz oder die neue Eco Business Immobilien AG.

Eine grundsätzlich richtige Strategie, meint Bernhard Ramsauer, Österreich-Chef der deutschen Investmentbank Sal. Oppenheim. Er empfiehlt seinen Kunden, bis zu einem Drittel ihres Vermögens in Immobilien zu halten. Aber genauso wie bei Aktien ist auch bei Immobilien eine breite Streuung entscheidend für den Anlageerfolg, und diese sollte auch über die Landesgrenzen hinausgehen.

Mit dem neu aufgelegten Global Real Estate Securities Fund von Oppenheims großem US-Partner Prudential glaubt Ramsauer das richtige Produkt für diesen Zweck gefunden zu haben.

Weltweite Investition in Immobilien

Der Fonds investiert weltweit in börsennotierte Immobilienpapiere - entweder Aktien von Immobilengesellschaften oder aber so genannte REITS - das sind Immobilieninvestmentfonds, die in manchen Ländern an der Börse gehandelt werden und gegenüber anderen Aktien steuerliche Vorteile bringen.

"Unsere wichtigsten Ziele sind Diversifizierung, Liquidität und Transparenz", sagt Fondsmanager Rick Romano, Vizepräsident von Prudential Real Estate Investors, im Gespräch mit dem STANDARD.

Der Markt für Immobilienpapiere wachse rasant und biete bessere Rahmenbedingungen als die traditionelle Investition in einzelne Objekte. Vor allem REITS hätten sich in den USA, Australien, Frankreich und den Niederlanden als ideales Instrument für diversifizierte und liquide Immobilienveranlagung erwiesen und würden deshalb in immer mehr Ländern eingeführt werden - als nächstes in Großbritannien.

Deutsche und österreichische Immobilieninvestmentfonds sind nicht börsenfähig und daher für Prudential nicht geeignet. Doch Romano rechnet damit, dass 2006 Deutschland und bald darauf auch Österreich mit der entsprechenden Gesetzgebung nachzieht.

Rasches Wachstum

Der Fonds hat bisher ein Anfangskapitel von 10 Mio. Dollar und hofft bis Jahresende auf ein Volumen von 600-700 Mio. Dollar zu kommen. Die Hälfte davon soll nach Nordamerika fließen, eine Drittel nach Asien und jeweils acht Prozent nach Großbritannien und Kontinentaleuropa. Ein halbes Prozent des Vermögens entfällt auf die Immofinanz.

Die Fondsstrategie ist auch Gesamterträge fokussiert und legt daher genauso viel Wert auf Dividende wie auf Kapitalgewinne. In den vergangenen zwei Jahren hätten globale Immobilienaktien überdurchschnittliche Renditen von mehr als 20 Prozent erzielt, für die nächsten drei Jahre hofft Romano auf jeweils acht bis zehn Prozent Zuwachs. Die Wertentwicklung sei von denen anderer Finanzmärkte weitgehend unabhängig.

Überbewertung

Der US-Manager ist sich nach den jüngsten Preissteigerungen der Überbewertung in vielen Teilmärkten bewusst. Vor allem britische und australische Immobilien seien daher im Vergleich zum Benchmark für börsennotierte Immo-Wertpapiere untergewichtet.

"Die Gefahr einer Blase besteht vor allem im Eigenheimmarkt und weniger bei kommerziellen Objekten", meint er und sieht besonders gute Chancen in deutschen Bürohäusern, die zuletzt deutlich an Wert verloren haben, und Büroobjekten in einigen US-Großstädten wie San Francisco oder Boston. Auch in Japan sieht er einen Aufwärtstrend. (Eric Frey, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.02.2005)