Wien - Kommenden Montag notieren die Aktien des Wiener Impfstoffspezialisten Intercell erstmals an der Wiener Börse. Mit 5,50 Euro wurde der Ausgabepreis nach Ablauf der Zeichnungsfrist überraschend deutlich unter dem Preisband von 6,75 bis 8,50 Euro je Aktie festgesetzt und werden damit deutlich billiger verkauft als geplant. Eine Aktie kostet jetzt um knapp ein Fünftel bzw. gut ein Drittel weniger, gemessen am unteren und oberen Ende dieses Preisbands.

Emissionsvolumen bei knapp 47 Millionen Euro

Wie das Unternehmen Freitag Nachmittag mitteilte, wird das Emissionsvolumen bei 8,5 Millionen platzierten neuen Stückaktien somit nur 46,75 Mio. Euro (statt wie urspünglich geplant 57,4 bis 72,3 Mio. Euro) betragen. Der Börsengang erfolgt über eine Kapitalerhöhung.

Handelsstart am Montag im "Prime Market"

Die Angebotsfrist für die neuen Aktien lief vom 14. bis 25. Februar. Der Handelsstart erfolgt im Amtlichen Handel der Wiener Börse im Segment "Prime Market".

"Der Preis wurde auf diesen Betrag festgelegt, um österreichischen und internationalen Investoren eine größtmögliche Teilnahme am Angebot zu ermöglichen", hieß es in einer Ad hoc-Mitteilung der Intercell AG, "und um die Preisentwicklung in der ersten Handelszeit zu stärken".

Zur Zeichnung aufgelegt wurden die 8,5 Millionen neuen Aktien (aus einer Kapitalerhöhung) im Rahmen eines öffentliches Angebots in Österreich sowie einer Privatplatzierung der Aktien im restlichen Europa und den USA. Das Bankenkonsortium wurde von Goldman Sachs und Lehman Brothers geführt. Co-Lead-Manager der Transaktion waren Bank Vontobel, DZ Bank und Erste Bank.

Mehrzuteilungsoption für Konsortialbanken

Intercell und bestehende Aktionäre haben den Konsortialbanken zusätzlich eine 30-tägige Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) von bis zu 1,275 Millionen weiteren Aktien gewährt. Laut Intercell werden nach Abschluss des öffentlichen Angebots und unter der Voraussetzung, dass der Greenshoe vollständig gezogen wird, 33,018.138 Aktien ausstehend sein. Davon werden die neuen Aktionäre insgesamt 29,6 Prozent halten.

Bisher war Intercell im Besitz von Risikokapitalgebern. Die größten Aktienpakete wurden von der britischen Apax Partners (19,1 Prozent), der in Boston ansässigen MPM Capital (15,2 Prozent), einer Londoner Nomura-Tochter (13 Prozent) und dem Münchener Venture Capital-Spezialisten TVM (15,9 Prozent) gehalten. Auf Management und Mitarbeiter entfielen 6 Prozent. Die bisherigen Eigentümer dürfen nach dem IPO für ein halbes Jahr keine Anteile abgeben.

Emissionserlös fließt in Entwicklung und Vermarktung

Mit Intercell geht erstmals ein Biotech-Unternehmen an die Wiener Börse. Den Emissionserlös von 46,75 Mio. Euro will Intercell nach eigenen Angaben in die weitere Entwicklung und Vermarktung der Produkt-Kandidaten und die weitere Entwicklung der eigenen Technologien sowie in generelle Geschäftszwecke fließen lassen. (APA)