Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: Reuters/Supri
Wien - Genau zwei Monate nach dem Start der Hilfsaktion "Nachbar in Not - Die Flutkatastrophe" zog der Vorstand am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien Bilanz: "Noch nie wurde in Österreich so viel Geld in so kurzer Zeit gespendet", resümierte der ORF-Leiter Humanitarian Broadcasting, Jörg Ruminak. 31 Millionen Euro wurden bisher von privaten Spendern gegeben und mehr als ein Drittel dieses Geldes, 10,8 Millionen Euro ist bereits für Soforthilfe ausgegeben. "Das Geld arbeitet. Es hilft langfristig, die Lebensumstände der vom Tsunami betroffenen Menschen zu verbessern", so Franz Prüller von der Caritas Österreich.

"Wucht der Bilder"

Ruminak ortete vor allem zwei Motive für die enorme Spendenbereitschaft der österreichischen Bevölkerung: Zum einen habe es einen positiven Effekt auf die Geberbereitschaft, dass die Katastrophe nicht von Menschenhand ausgelöst wurde, sondern "niemand, außer der Mutter Erde dafür verantwortlich" sei. Zum anderen hätte die unter anderem durch den ORF übermittelte "Wucht an Bildern" das ganze Ausmaß der Welle und der durch sie angerichteten Schäden den Menschen näher gebracht.

22 Hilfsprojekte

Mit Hilfe der großzügigen Spenden betreibe "Nachbar in Not" derzeit 22 Hilfsprojekte in Indien, Sri Lanka und Indonesien. Hier werden die Menschen vor allem mit dem Notwendigsten versorgt und Notunterkünfte errichtet. Bisher konnte mit den Akut-und Überbrückungsmaßnahmen mehr als einer halben Million Menschen geholfen werden. Es werden aber auch langfristige Maßnahmen wie zum Beispiel der Wiederaufbau von Häusern, Landwirtschaft und Fischerei zur Herstellung neuer Lebensgrundlagen ergriffen.

Lokalaugenschein Bundespräsident Heinz Fischer

Zwischen 16. und 24. Februar hatte der Vorstand von "Nachbar in Not" gemeinsam mit Bundespräsident Heinz Fischer die Krisenregionen in Indien aufgesucht, um sich bei einem Lokalaugenschein ein konkretes Bild vom Stand der Dinge und von der korrekten Verwendung der Spendenmittel machen. "Ich bin beeindruckt von der Qualität der Arbeit der Partnerorganisationen, mit denen Nachbar in Not in Indien kooperiert", meinte etwa Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich. "Nachbar in Not" setzt sich vor allem aus acht Hilfsorganisationen, dem Roten Kreuz, der Caritas, der Diakonie, der Volkshilfe, dem Hilfswerk Austria, dem Malteser Hospitaldienst, dem Samariterbund sowie Care zusammen. (APA)