Klagenfurt – Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider wirbt dafür, dass der Großauftrag zum Neubau des Klagenfurter EM-Stadions unter den Bietern aufgeteilt wird. Das wäre der vernünftigste Weg, meinte Haider: "Die reden ja ohnehin schon miteinander." Gemeint sind vor allem der bisherige Bestbieter Porr, der dies aller Voraussicht nach auch im Nachbesserungsverfahren bleiben wird, und die von Haider favorisierten Strabag. Weil die Bildung einer ARGE vor der Beendigung des Vergabe verfahrens allerdings ein krasser Verstoß gegen das Vergabegesetz wäre, sollten sich die Bieter eben danach zusammenfinden.

Damit könne laut Haider auch das "Klagsrisiko gegen null gehalten werden". Strabag-Chef Hans-Peter Haselsteiner hatte im Zusammen hang mit den Enthüllungen des Leiters der Vergabekommission, Peter Gattermann, bereits mit einer möglichen Klage gedroht. Noch einen weiteren Vorteil sieht Haider: Wenn das Stadion in Modulbauweise errichtet werde, was zumindest ein Bieter angeboten habe, müsse der Kärntner Fußballclub FCK während der Bauzeit nicht auf ein anderes Stadion ausweichen. Dieses Konzept könnte ebenfalls "implementiert" werden. Dabei dürfte es sich um die holländisch-deutsche HBM handeln, die ohnehin im Strabag-Konsortium vertreten ist.

Grundsätzlich kann jeder Bestbieter jederzeit Subunternehmer beauftragen. Klagenfurts Bürgermeister Harald Scheucher will erst den 7. März abwarten. Da soll dann der Bestbieter feststehen. "Das Verfahren muss korrektest beendet werden – ohne vergaberechtswidrige Absprachen." Den Neubau des Klagenfurter Hauptbahnhofs teilen sich die Konkurrenten Porr und Strabag bereits. (stein/DER STANDARD, Printausgabe, 1.3.2005)