Wien – „Die Energieferien haben uns allen ordentlich zu denken gegeben“, bilanziert Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima (SP) die heurige Feinstaubsituation in Wien.

Das Phänomen: Deutlich weniger Verkehr, sehr wenig Rollsplitt auf den Straßen – und trotzdem deutliche Überschreitungen des Feinstaubgrenzwertes von 5. bis 10. Februar.

"Primärpartikel"

Eine Erklärungshilfe könnten neue Erkenntnisse sein, die in der Umweltschutzabteilung MA 22 zusammengetragen wurden. Demnach sind 55 Prozent der Feinstäube „Primärpartikel“ – das heißt sie entstehen direkt in Verbrennungsmotoren, durch Brems- oder Reifenabrieb oder kommen vom Splitt. 45 Prozent aber entstehen erst in der Luft – aus Gasen wie Stickoxide und Schwefeldioxid, die sich mit Ammoniak zu Staubpartikeln zusammenfügen, wie Günther Schermann, Luftmessexperte der MA 22 erläutert. Entscheidend für diesen Prozess sind die Witterungsbedingungen.

60 Prozent des Feinstaubes kommen aus dem Ausland, 15 Prozent aus Österreich – und nur 25 Prozent direkt aus dem Ballungsraum Wien. „Es gibt also eine große Hintergrundbelastung“, so Sima. Heuer wurde in Wien bisher an 18 Tagen der Feinstaubgrenzwert von 50 Mikrogramm im Tagesmittel überschritten. 30 Überschreitungstage sind nach der EU-Richtlinie erlaubt. (frei, DER STANDARD Printausgabe, 04.03.2005)