Der ÖFB hat mit der Absage des Länderspiels gegen Kroatien am Mittwoch Entscheidungsfreudigkeit und Konsequenz gezeigt. Nach einem Turnier in Zypern, in dem Teamchef Hans Krankl durch Rücksichtnahme auf Klubs und willkürliche Aufstellungen Erkenntnisse über das Team verhinderte, braucht es vor den WM-Quali-Kicks gegen Wales kein Probespiel mehr. Der Wissensgewinn wäre minimal gewesen.

Noch dazu sind die Kroaten schuld an der Absage, weil sie wehleidig, angerührt und schlechte Gäste sind, denen jedes Verständnis dafür fehlt, dass der ÖFB Anfang März von Schnee und Kälte überrumpelt wurde. Der Hinweis auf die rasengeheizten Plätze in Graz, Innsbruck und Linz wird von den ÖFB-Chefs völlig zu Recht als Ablenkung und Einmischung zurückgewiesen.

Noch kreativer als der ÖFB sind nur die Chefs der Salzburger Austria, die sich ihren neuen Trainer Nicola Jurcevic von einem Journalisten aussuchen ließen. Motto: Wer nachher drüber schreibt, soll auch vorher mitentscheiden dürfen.

Eine geeignete Methode für die Kür des nächsten Liga-Präsidenten: Frank Stronach müsste sich weder um sein Image sorgen, noch eine feindliche Mehrheit unter den Liga-Präsidenten fürchten. Stronach ist unersetzlich, weil stets für eine Schlagzeile gut. Vom Kauf nichtverkäuflicher TV-Rechte über die Installierung eines inkompetenten Liga-Vorstands bis zum unkontrollierbaren Wettverbot für Kicker. Schließlich kann man sich nicht darauf verlassen, dass die ÖFB-Siebenschläfer von jeder Klimaschwankung ausgekontert werden. Aber vielleicht ist das alles Teil eines ausgeklügelten Plans, der die wirkliche Gefahr vom ÖFB abwenden will: ein Länderspiel.