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Albertina-Leiter Klaus Albrecht Schröder (links) und Prado-Direktor Miguel Zugaza

Foto: APA/EPA
Madrid - Freitag Vormittag wurde im Museo Nacional del Prado in Madrid die umstrittene Ausstellung "Durero. Obras Maestras de la Albertina" ("Dürer. Meisterwerke aus der Albertina"), die von 8. März bis 29. Mai geöffnet sein wird, der internationalen Presse vorgestellt. Rund sechzig Journalisten interessierten sich natürlich vor allem für jene Begleitumstände, die in den vergangenen Tagen in Spanien und Österreich für Schlagzeilen gesorgt hatten. Prado-Direktor Miguel Zugaza und Albertina-Leiter Klaus Albrecht Schröder zeigten sich zuversichtlich, die Schau, für die 86 Werke aus der Albertina mit vier Bildern aus dem Prado ergänzt wurden, ohne Veränderung bis zum Ende zeigen zu können.

Zugaza zeigte sich in seinem Statement glücklich, dank des Vertrauens und der guten Zusammenarbeit mit der Albertina "eine der exzellentesten Ausstellungen dieses Jahres" zeigen zu können: "Es gab zwar verschiedene Probleme zu überwinden, aber glücklicherweise können wir heute diese hervorragende Ausstellung vorstellen." Die dabei gebotenen konservatorischen Bedingungen entsprächen "höchsten technischen Standards". Man gehe daher davon aus, dass auch jene fünf Werke, die nach einem Bescheid des Bundesdenkmalamts (BDA) nach vier Wochen wieder nach Wien zurückkehren müssen, auch noch am 21. Mai, dem Geburtstag Dürers, im Original zu besichtigen seien und nicht durch Repliken ersetzt werden müssten.

Prima Klima

"Man kann Bilder nicht perfekter aufbewahren als wie in dieser Ausstellung", versicherte Schröder. Der Prado habe die Lux-Werte halbiert, selbst UVA- und UVB-Werte wurden völlig eliminiert. Die Bilder würden in Vitrinen mit eigenem Klima aufbewahrt, eine Maßnahme, die sich auch bei der großen Dürer-Schau der Albertina 2003 sehr bewährt habe. Er sei überzeugt, dass auf Grund der extrem hohen Sicherheitsstandards das Bundesdenkmalamt seine Entscheidung revidieren werde und die fünf fraglichen Werke bis zum Ende "dieser wunderbaren und einzigartigen Ausstellung" in Madrid verbleiben dürften.

Durch diese Standards wolle man auch das Vertrauen der Bevölkerung in die höchsten Sicherheitsstandards der Albertina wiedergewinnen. Denn nach der kulturpolitischen Debatte zeige sich nun, dass das Problem vorrangig ein technisches sei - "ein lichttechnisches, ein sicherheitstechnisches, ein klimatechnisches Problem". Schröder hofft darauf, dass sobald wie möglich eine Entscheidung gefällt wird. Das "Große Rasenstück" bleibt dagegen definitiv in Wien: "Wir akzeptieren natürlich diese Entscheidung", die auf Grund ganz geringer Zweifel gefällt wurde, dass das Werk "auf eine der perfektest organisierten Reisen" doch Schaden nehmen könnte.

Washington ist noch offen

Ob die Ausstellung schließlich auch in Washington gezeigt werden könne, dazu wollte Schröder keinerlei Kommentar abgeben: "Ich kann im Augenblick nicht einmal an die kommende Mondrian-Schau der Albertina denken. Heute steht diese wunderbare Schau im Prado ganz im Mittelpunkt." Eine Lehre habe man aber aus der ganzen Causa gezogen: Künftig werde man die Abwicklung des Leihverkehrs in das Ausland wieder selbst in die Hand nehmen, bekräftigte der Albertina-Direktor.

Die Ausstellung wird am kommenden Montag durch den Prinzen von Asturien feierlich eröffnet und ist ab Dienstag für das Publikum zugänglich.(APA)