Kinshasa - In der nordostkongolesischen Krisenregion Ituri fliehen nach Angaben der Vereinten Nationen immer noch Tausende von Menschen vor der Gewalt zwischen Kämpfern der beiden Volksgruppen der Hema und Lendu. Neben rund 70.000 Einwohnern der Provinz, die bereits in den vergangenen zwei Monaten ihre Heimat verlassen hätten, gebe es weitere Flüchtlinge, sagte der Leiter des UNO-Büros für humanitäre Angelegenheiten (OCHA), Modibo Traore, am Freitag, "Wir wissen aber nicht, wie viele es sind, weil wir nicht in die Gebiete kommen."

In der Region Djugu, wo bewaffnete Gruppen seit Dezember verstärkt angegriffen haben, seien die Menschen nach Berichten von Augenzeugen "in Massen" geflohen, sagte Traore. In den vergangenen Monaten seien rund 19.000 Menschen nach Djugu zurückgekommen, die im vorvergangenen Jahr die Flucht ergriffen hätten. Wegen der neuerlichen Gewalt seien sie nun aber wieder geflohen, "und wir wissen nicht, wo sie sind", sagte der Mitarbeiter der UNO. In den vergangenen Tagen seien allerdings etwa fünftausend Flüchtlinge in kleinen Gruppen in Ortschaften in Ituri zurückgekehrt.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat indes vier Mediziner nach Loga entsandt, wo die Friedenstruppe der Vereinten Nationen für die Demokratische Republik Kongo (MONUC) eine Großoffensive gegen die bewaffneten Gruppen begonnen und mindestens fünfzig Freischärler getötet hat. "Es hat in Loga heftige Kämpfe gegeben, und wo es Kämpfe gibt, gibt es zwingend auch Verletzte", sagte der Leiter der schweizerischen MSF-Untergruppe in Bunia, Angelo de Bernardo. Die MONUC hatte mit dem Einsatz am Dienstag auf den Mord an neun Blauhelmsoldaten Ende Februar reagiert. (APA/AFP)