Bonn - Die Aktien des größten europäischen Internet-Dienstes T-Online werden möglicherweise am Frankfurter Neuen Markt platziert. In Branchenkreisen wurde entsprechenden Überlegungen des Unternehmens am Montag bestätigt. Offiziell gibt es allerdings noch keinen Vorstandsbeschluss dazu, wie ein Sprecher der Muttergesellschaft Deutsche Telekom auf Anfrage sagte. Der Beschluss könnte wegen des näherrückenden Emissionsdatums in den nächsten Tagen fallen, hieß es in Branchenkreisen. Einem Listing am Neuen Markt steht bislang vor allem die vorgeschriebene Streubesitz-Quote von 20 Prozent entgegen. Alternativ war eine Notierung im Amtlichen Handel erwogen worden. Die vorgeschriebene Streubesitz-Quote am Frankfurter Wachstumswerte-Segment soll beim T-Online-Börsengang dadurch eingehalten werden, das höchstens für die Hälfte der Unternehmensaktien die Zulassung zum Börsenhandel beantragt wird. Diese Überlegungen wurden in Branchenkreisen bestätigt. Das Düsseldorfer "Handelsblatt" berichtete am Montag unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, die Entscheidung für den Gang der Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom an den Neuen Markt sei "mehr oder weniger gefallen". Ausschlaggebend für den beabsichtigten Gang an das Wachstumssegment der Frankfurter Wertpapierbörse sind dem Zeitungsbericht zufolge die Pläne der Betreibergesellschaft, Deutsche Börse AG, von Mai an Branchenindizes einzuführen. Damit solle der ständig wachsende Neue Markt in zehn Branchen eingeteilt werden, hieß es. Ein Börsensprecher hatte am Montag auf Anfrage in Frankfurt gesagt, ein Zulassungsantrag für die Emission liege noch nicht vor. Daher sei noch keine Aussage über die Zahl der zum Handel zuzulassenden Aktien möglich. Nach bisherigen Informationen sollte das Aktienkapital von T-Online in Form von 100 Millionen Aktien am Kapitalmarkt platziert werden. T-Online und die Deutsche Telekom wollen mit dem Börsengang der Gesellschaft vor allem eine Akquisitionswährung schaffen. Nur rund zehn Prozent der 100 Millionen Aktien sollen unter privaten und institutionellen Anlegern gestreut werden. Das restliche Kapital steht dem Unternehmen zum Tausch gegen Beteiligungen an anderen Unternehmen zur Verfügung. (Reuters)