Bregenz - Der österreichische Handball-Meister A1 Bregenz hat das Viertelfinal-Hinspiel im EHF-Cup der Herren daheim gegen SC Magdeburg 28:30 (13:17) verloren. Der ÖHB-Champion hielt die Partie gegen den Weltklasse-Klub lange Zeit offen, nach 20 Minuten waren die Gastgeber sogar mit vier Toren vorangelegen. Im Finish kamen die Bregenzer noch einmal auf und waren sogar dem Ausgleich nahe. Vor dem Rückspiel am Sonntag nächster Woche (13. März) ist die Chance auf den Aufstieg für den ÖHB-Champion aber wie erwartet praktisch dahin.

Erfolgsserie zu Ende

Mit dieser Niederlage ist die Erfolgsserie der Bregenzer zu Ende - nach 28 Siegen in der HLA, im Europacup, im ÖHB-Cup in Serie sowie dem Remis gegen die Aon Fivers Margareten am vergangenen Dienstag. Stefan Kretzschmar und Co hatten mit den Vorarlbergern allerdings mehr Arbeit als erwartet. Nach 13 Minuten lagen die Hausherren nämlich sogar mit 9:5 in Front, ehe Gäste-Coach Alfred Gislason sein Team beim Time-Out aufweckte. Die Ansprache des Isländers zeigte Wirkung, binnen 15 Minuten lag der Dritte der Deutschen Bundesliga mit 15:12 in Führung.

Nach dem 17:13 zur Halbzeit aus Sicht der Gäste ging es im zweiten Durchgang zunächst in der gleichen Tonart weiter. Bregenz bemühte sich redlich, doch bis zur 45. Minute hielt Magdeburg die Vier-Tore-Führung. In der letzten Viertelstunde setzte Bregenz, angetrieben von einem fantastischen und entfesselten Publikum noch einmal alles auf eine Karte: 1:05 Minuten vor Schluss erzielte Roland Schlinger das 28:29, doch 45 Sekunden vor Ende begrub Karol Bielecki mit seinem dritten Treffer die Hoffnungen der 2.800 Fans in der ausverkauften Schendlingen-Halle.

Bregenz-Spielertrainer stolz

Bregenz-Spielertrainer Dagur Sigurdsson war trotzdem mit seinem Team hoch zufrieden: "Ich bin sehr stolz auf diese Leistung. Magdeburg ist eine Weltklassemannschaft, die einfach die längere Bank und mehr Möglichkeiten hat als wir. Es ist zwar unsere erste Heimniederlage, doch richtig enttäuscht dürfen und können wir nicht sein." Für den Isländer war auch das Trainer-Duell mit seinem Landsmann Gislason etwas Besonderes. Vor dem Rückspiel in Magdeburg zeigte der Bregenz-Trainer Respekt: "Das wird die Hölle."

Magdeburgs Star-Spieler Kretzschmar zollte dem Gegner Lob: "Es war für uns alles andere als eine leichte Sache. Nicht erst seit heute ist uns klar, dass Österreich nicht nur mehr ein Handball-Entwicklungsland ist. Wir wollten eindeutig gewinnen und dies ist uns nicht gelungen." Michael Knauth hatte sich mit dem Ex-Freund von Schwimm-Star Franziska van Almsick während der 60 Minuten näher beschäftigt und war danach etwas gezeichnet: "Es war ein heißes Duell."

Sieg für Hard

Der österreichische Männer-Cupsieger Hard hat am Freitag die große Chance vergeben, sich im Heimspiel eine hervorragende Ausgangsposition für das Retourmatch im Challenge-Cup-Viertelfinale gegen Metaloplastika Sabac zu verschaffen. Die Vorarlberger hatten zur Pause mit 20:10 geführt, ließen die Gäste aus Serbien-Montenegro in der zweiten Spielhälfte aber noch auf sieben Tore Unterschied zum 33:26-Endstand herankommen. In Sabac erwartet die "Roten Teufel" am 13. März (Sonntag, 18:00 Uhr) daher ein heißer Tanz.

Hard gelang bei der internationalen Premiere in der ausverkauften "Teufelsarena" (Sporthalle am See) vor 2.800 Zuschauern ein Traumstart und ging schnell mit 5:1 in Führung. Ein 14:6 nach 20 Minuten baute das Team von Trainer Frank Bergemann bis zur Halbzeit auf 20:10 aus. Ein in Topform agierender Torhüter Thomas Huemer und die 19-jährige Nachwuchs-Hoffnung Robert Weber, der im Gegenstoß mehrere Male erfolgreich und mit insgesamt zehn Toren bester Hard-Werfer war, zeichneten hauptverantwortlich für den beruhigenden Vorsprung.

Nach dem Seitenwechsel schlichen sich aber zahlreiche Unachtsamkeiten und leichte Fehler in das Spiel der Harder, die den mit sechs Junioren-Nationalteamspielern angereisten Gästen die Rückkehr in die Partie ermöglichten. Bergemann war nach dem Schlusspfiff unzufrieden: "Ich bin sauer, weil wir heute die Chance gehabt hätten, alles klar zu machen. Wir haben viele junge, unerfahrene Spieler, die von ihrem Spieltrieb geleitet, leichtfertige Dinge gemacht haben, die international ins Auge gehen." Für das Rückspiel in Serbien-Montenegro erwartet der Deutsche "eine hektische Atmosphäre, in der wir nicht den Kopf verlieren dürfen". (APA)

EHF-Cup Herren Viertelfinale Hinspiel:
  • A1 Bregenz - SC Magdeburg 28:30 (13:17) 2.800 Zuschauer Tore: Schlinger 7, Ljubanovic 6, Knauth 4, Wilczynski 3, Galic 3/2, Sigurdsson 2, Varga, Grissmann, Klement je 1 bzw. Kretzschmar 8, Theuerkauf 5, Abati 5/3, Bielecki, Sprenger je 3, Vugrinec 2, Schöne, Grafenhorst, Atlason, Kuleschow je 1

    Challenge-Cup-Viertelfinale Hinspiel:

  • Superfund Hard - Metaloplastika Sabac 33:26 (20:10)
    Hard/Sporthalle am See, 2.600 (ausverkauft). Tore für Hard: Robert Weber 10, Messner 5, Kulinschenko 5/1, Medini 4, Alfred Weber 3, Libergs, Jochum, Ditzer je 2