Am 10. April wird in den 96 Vorarlberger Gemeinden erstmals ohne Wahlpflicht gewählt. Um die Wahlbeteiligung bangen alle, im September gingen nur 60 Prozent zur Landtagswahl.

In (voraussichtlich elf) Kleingemeinden wird die Mehrheitswahl, eine Vorarlberger Version von Direktwahl, praktiziert: Die Wahlberechtigten stellen sich ihre Listen daheim oder in der Wahlzelle selbst zusammen, die meistgenannten Kandidaten kommen in die Gemeindevertretung. In Lech wird diese Tradition nun gebrochen.

Bürgermeister Ludwig Muxel muss sich mit seiner "Bürgerliste Lech-Zürs" Herausforderern stellen. Junge Gastronomen wollen als "Zukunft Lech" künftig "mitdenken und umdenken".

In Bregenz will Bürgermeister Markus Linhart (VP) seine Absolute (52 Prozent) verteidigen. Seine Gegner: Michael Ritsch (SP, 17 Prozent), Werner Karg (FP, 14), Gernot Egger (Grüne, acht) und der frühere VP-Stadtrat Karlheinz Marent mit "Bregenz denkt" (drei Prozent). 50 Prozent der VP-Kanidaten sind Frauen, 42 Prozent sind Parteifreie.

In Bludenz schicken die Sozialdemokraten wieder Lokführer Gunnar Witting ins Rennen. Der Direktwahl stellt sich für die regierende VP statt Bürgermeister Otmar Kraft Vizebürgermeister Mandi Katzenmayer. 2000 musste die Gemeindevertretungswahl wegen falscher Zählerei wiederholt werden. Das Ergebnis: VP 40, SP 33, Grüne 16 und FP zehn Prozent. Auch in Feldkirch musste zweimal gewählt werden. Die VP sicherte dabei ihre Absolute noch stärker ab (55 Prozent). Bürgermeister Wilfried Berchtold ist wieder Spitzenkandidat.

Im politisch turbulenten Hohenems kandidiert für die VP (50 Prozent) Neo-Bürgermeister Richard Amann. Die FP setzt mit dem Unternehmer Horst Obwegeser auf neues Personal. Die Grünen überraschen mit Johannes Lusser, früher VP. Die SP löst Arnulf Häfele durch Stadträtin Elisabeth Märk ab. Die alternativen Emsigen stellen wieder Jugendstadtrat Bernhard auf.

Newcomer in der größten Stadt Dornbirn ist der grüne Bürgermeisterkandidat Martin Konzet. Neu zur Wahl steht die "Unabhängige Bürgerliste Thomas Holzknecht". (DER STANDARD, Printausgabe, 7.3.2005)