Berlin - Zum Internationalen Frauentag am Dienstag haben Politikerinnen und Frauenverbände in Deutschland eine wirkungsvollere Gleichstellungspolitik gefordert. Prominente Frauen kommen auf Einladung von Familienministerin Renate Schmidt (SPD) zusammen, um am Frauentag eine Internetseite für bessere Chancen im Beruf zu starten. Teilnehmen wollen auch die SPD-Bundesministerinnen Edelgard Bulmahn (Forschung), Ulla Schmidt (Soziales), Heidemarie Wieczorek-Zeul (Entwicklungshilfe) und Brigitte Zypries (Justiz).

Diskussionen, Aktionen und Demonstrationen stehen beim Deutschen Gewerkschaftsbund unter dem Motto "Frauen bewegen Politik" in Frankfurt/Main und München auf dem Programm. Bundesweit sind weitere frauenpolitische Veranstaltungen anberaumt.

CDU kritisiert Prostitutionsgesetz

Die CDU-Sozialexpertin Annette Widmann-Mauz sagte, vordringlich sei der Aufbau einer ganztägigen Kinderbetreuung und eine Steigerung des Frauenanteils bei Zukunftsberufen. "Es bestehen nach wie vor Gesetzeslücken, um Frauenrechte als Menschenrechte auch in Deutschland besser durchsetzen zu können." So müsse das 2002 in Kraft getretene Prostitutionsgesetz überprüft werden. In diesem Gesetz habe die Regierung die Strafvorschrift der Förderung von Prostitution ersatzlos aufgehoben, kritisierte Unions-Familienexpertin Maria Eichhorn (CSU). "Sie hat damit von der Bordell- und Zuhälterszene den Druck der Strafverfolgung genommen."

Gleichstellungspolitik von religiösem Fundamentalismus bedroht

Ein Bündnis aus Frauenverbänden wie dem Deutschen Frauenrat und politischen Stiftungen warnte vor drohenden Rückschlägen bei der internationalen Gleichstellungspolitik, unter anderem durch religiösen Fundamentalismus. Es gebe einen "alarmierenden Trend, die unveräußerlichen und unteilbaren Menschenrechte der Frauen erneut und weltweit in Frage zu stellen". (APA/dpa)