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Immer mehr Weinliebhabern aus aller Welt geht österreichischer Wein unter die Nase.

Foto: REUTERS/STOYAN NENOV
Wien - Die österreichische Weinwirtschaft hat im vergangenen Jahr zwar eine deutlich geringere Menge an Rebensaft an ausländische Kunden verschickt, dafür aber um 20 Prozent mehr erlöst. Dies geht aus den soeben veröffentlichten vorläufigen Exportzahlen 2004 hervor.

Damit übertreffen die heimischen Winzer selbst die optimistisch angesetzten Prognosen der Österreichischen Weinmarketing Gesellschaft (ÖWM) vom Ende des vergangenen Jahres. Klasse statt Masse bzw. Flasche statt Fass, lautet die neue Devise.

Mehr Flaschenweine

Im vergangenen Jahr haben die Flaschenweinexporte die Fassweinexporte erstmals auch mengenmäßig überrundet. Konkret wurden 2004 37,8 Mio. Liter in der Flasche exportiert - gegenüber "nur" 35,9 Millionen Liter im Fass.

Dem Wert nach erreichten die mit der Flasche gemachten Umsätze 2004 mehr als den vierfachen Umsatz der Fassweinexporte (68,4 Mio. Euro gegenüber 15 Mio. Euro). Die Menge der Fassweinexporte hat sich um 41 Prozent, ihr Wert um 22,6 Prozent verringert. Dagegen wurden mit Flaschenweinen um 37,7 Prozent mehr umgesetzt als im Jahr 2003.

73,8 Millionen Liter Wein

Konkret sind im vergangenen Jahr laut den Statistik Austria-Zahlen 73,8 Millionen Liter Wein exportiert worden (-11,3 Prozent). Die dafür erzielten Erlöse stiegen um 20,8 Prozent auf 83,4 Mio. Euro. Im Dezember hatte die ÖWM noch mit einem 15-prozentigen Minus beim Absatz und einem Plus von 14 Prozent beim Exportumsatz gerechnet.

"Trotz des anhaltenden Drucks am internationalen Weinmarkt konnten sich österreichische Winzer mit besseren Weinen am Markt behaupten und die Wertschöpfung im Export deutlich steigern", erklärt Michael Thurner, Geschäftsführer der ÖWM, stolz.

Rotwein boomt

Ganz besonders haben im Vorjahr die Rotweinexporte geboomt: sowohl nach der Menge als auch nach dem Wert haben die Ausfuhren um etwa 60 Prozent zugelegt. Auch die Qualitätsweißweine haben sich gut gehalten und haben in den kleinen Gebinden (unter 2 Liter) um 27 Prozent zugelegt. Das früher als "klassisches Weißweinland" bezeichnete Österreich liefert mittlerweile deutlich mehr roten als weißen Rebensaft in die ausländischen Märkte.

Mit knapp 60 Prozent Anteil bleibt Deutschland der unumstrittene Exportmarkt Nummer 1 - obwohl dort 2003 mengenmäßig deutlich weniger abgesetzt worden ist (49,2 Mio. Euro Exportumsatz).

Stark legten 2004 die Ausfuhren in den mittlerweile zweitgrößten Auslandsmarkt Tschechien zu (+36 Prozent auf 8,2 Mio. Euro). Gut lief es trotz geringerer Menge aber auch in der Schweiz (+21 Prozent auf 5,2 Mio. Euro) sowie in den USA (+24 Prozent auf 4,9 Mio. Euro) - und zwar trotz des schwachen Dollars. (APA)