Wien - Über den im Ausgleich befindlichen Güssinger Torhersteller Guttmann ("Guttomat") wurde heute, Dienstag, der Anschlusskonkurs eröffnet, da die von nicht genannten Investoren zugesagte Fortführungsfinanzierung über 120.000 Euro nicht erlegt werden konnte.

Kreditlinie gekündigt

In der Folge wurde die kurzfristig seitens eines Bankinstitutes zur Verfügung gestellte Kreditlinie gestern aufgekündigt, teilte der Kreditschutzverband von 1870 (KSV9 am Dienstag mit.

Medienberichten zufolge sei bei einer Betriebsversammlung Anfang Februar Franz Wilhelm, dessen Familie Mitbesitzer der Kremser Eybl Textil ist, als Interessenten-Vertreter aufgetreten. Auch eine deutsche Firma soll Interesse angemeldet haben.

Die beiden größten Gläubiger haben bei Gericht Einstellungsanträge des anhängigen Ausgleichsverfahrens eingebracht, so dass das Landesgericht Eisenstadt das Ausgleichsverfahren eingestellt und den Anschlusskonkurs eröffnet hat, so der KSV.

Masseverwalter prüft

Der Masseverwalter müsse nun überprüfen, ob unter den gegebenen Umständen überhaupt eine Fortführung möglich sei, oder ob sofort geschlossen werden müsse, so KSV-Insolvenzexperte Michael Schütz. Grundsätzlich sei für einen Fortbetrieb frisches Geld notwendig. Eine Unternehmensfortführung liege nur dann im Interesse der Gläubiger und Mitarbeiter, wenn gleichzeitig auch eine Sanierung vorstellbar sei. Eine Weichenstellung wird voraussichtlich bei der Prüfungstagsatzung am 2. Mai 2005 erfolgen.

Die im Familienbesitz befindliche Torfirma Guttmann musste am 24. Februar den Ausgleich anmelden. Passiva von 14,3 Mio. Euro standen Aktiva von 12,7 Mio. Euro gegenüber. Von der Insolvenz betroffen sind 110 Mitarbeiter. Rund 440 in- und ausländische Gläubiger können ihre Forderungen anmelden. (APA)