Jerusalem - Alle bewaffneten palästinensischen Gruppen sind nach Angaben des palästinensischen Sicherheitsberaters Jibril Rajoub zu einer Waffenruhe in Israel und den besetzten Gebieten bereit. Unter den verschiedenen Gruppen herrsche ein Konsens, vorerst Ruhe einkehren zu lassen, um der Autonomiebehörde Zeit für ein Abkommen mit Israel zu geben, sagte Rajoub am Mittwoch dem israelischen Rundfunk.

Es werde zwar weiterhin "zweifellos vereinzelte Anschläge" geben, sagte der General, der als Berater für die nationale Sicherheit für die Autonomiebehörde tätig ist. Alle Gruppen stimmten aber darin überein, dass in Israel Sicherheit herrschen solle. Rajoub sprach von einem "historischen Wandel".

Es gibt einen Konsens unter den Palästinensern: Keine Angriffe mehr gegen Israel innerhalb der grünen Linie (der Grenze bis 1967)", sagte Rajoub. "Ich kann jedem versprechen, dass Angriffe innerhalb der grünen Linie der Vergangenheit angehören."

Israel und die palästinensische Autonomiebehörde hatten Anfang Februar eine Waffenruhe vereinbart, die sich sowohl auf Israel als auch auf die palästinensischen Gebiete bezog. Dennoch hatte es mehrere Anschläge gegeben. Am 25. Februar riss ein Selbstmord-Attentäter in Tel Aviv fünf Israelis mit in den Tod.

Israel reagiert skeptisch: "Kampf gegen den Terrorismus erlaubt keinen Kompromiss"

Israel hat auf die Ankündigung skeptisch reagiert, dass sich die bewaffneten palästinensischen Gruppen geschlossen zu einer Waffenruhe in Israel und den besetzten Gebieten bereit erklärt haben. Solange die palästinensischen Extremistengruppen nicht entwaffnet und zerschlagen würden, seien sie eine Bedrohung, sagte ein ranghoher Mitarbeiter des Präsidentschaftsrats in Jerusalem. Jede Vereinbarung einer Waffenruhe sei deshalb nur provisorisch, sagte der Regierungsbeamte. "Der Kampf gegen den Terrorismus erlaubt keinen Kompromiss." Er müsse "ausdauernd, scharf und gnadenlos" geführt werden. (APA/dpa)