Ein Kopftuchverbot für moslemische Lehrerinnen würde gegen EU-Recht verstoßen, betonte die Antirassismus-Organisation ZARA am Dienstag in einer Aussendung. Die beiden Antidiskriminierungsrichtlinien der EU würden besagen, dass jegliche Diskriminierung auf Grund der ethnischen Herkunft und der Religion in der Arbeitswelt verboten seien. Und gerade die Aussage von Innenministerin Liese Prokop (V), dass das Tragen von Kopftüchern nicht mit den "Werten unserer Gesellschaft" vereinbar sei, " stellt eine unmittelbare Diskriminierung dar", so Dieter Schindlauer von ZARA.

Denn damit werde das Bekenntnis zum Islam, einer in Österreich seit 80 Jahren gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaft, als Ablehnung der Grundwerte der österreichischen Gesellschaft dargestellt. ZARA und der Klagsverband für die Durchsetzung der Rechte von Diskriminierungsopfern forderten die Ministerin auf, ihre diskriminierenden Aussagen zurückzunehmen.

Volker Frey, Jurist und Generalsekretär des Klagsverband für die Durchsetzung der Rechte von Diskriminierungsopfern, merkte überdies an,dass Prokop keine Zuständigkeit für Bekleidungsvorschriften in Schulen habe. (APA)