Stockholm – Nach dem monatelangen Verteilungskampf mit Opel ist der Chef des schwedischen Autobauers Saab, Peter Augustsson, zurückgetreten. Wie die Tochter des US-Konzerns General Motors (GM) am Mittwoch in Stockholm erklärte, wird der Verkaufs- und Marketingchef von GM-Nordeuropa, Jan-Aake Jonsson, künftig die Leitung des Unternehmens übernehmen.

An der Spitze des Saab-Verwaltungsrats wird der 50-Jährige ab dem 1. April durch GM-Europa-Chef Carl Peter Forster ersetzt.

Saab und Opel hatten sich seit den im vergangenen Jahr durchgeführten GM-Sparankündigungen im Europageschäft einen Wettlauf um den Bau der neuen Mittelklassemodelle Opel Vectra und Saab 9-3 geliefert. Der US-Konzern hatte dann dem Opel-Werk in Rüsselsheim den Zuschlag erteilt. Die Zukunft des Saab-Stammwerks Trollhättan ist aber zumindest vorerst gesichert, weil die Schweden den Zuschlag für den neuen Cadillac BLS bekamen. Zudem sollen ältere Saab-Modelle mindestens bis 2010 in Schweden weiter produziert werden.

Der ehemalige Volvo-Manager Augustsson leitete seit dem Jahr 2000 die Geschäfte bei Saab. Zwei Jahre später übernahm der gelernte Ingenieur auch die Leitung des Verwaltungsrates. "Das war eine schwierige Zeit, aber beruflich auch stimulierend", erklärte er nun zu den vergangenen Monaten. GM habe sich aber zu der Marke und ihrem Wachstumspotenzial bekannt. "Es gibt allen Grund zu glauben, dass wir hier in Schweden eine solide Produktionszukunft haben", betonte der scheidende Saab-Chef. Dies sei für ihn der Zeitpunkt gewesen, sich auf neue Aufgaben zu konzentrieren. Augustsson will nach eigenen Angaben Saab verlassen und sich selbstständig machen. (APA/AFP)