Wien - Die Luftfahrtgruppe Austrian Airlines (AUA) macht Ernst mit ihrer angekündigten Klage gegen die mit Anfang 2005 erhöhten Sicherheitsgebühren. "Wir haben eine Klage vorbereitet, die in den nächsten Tagen an den Verfassungsgerichtshof geht", sagte AUA-Sprecher Johann Jurceka am Mittwochnachmittag zur APA. Die AUA sieht in der vom Finanzministerium von 4,36 auf knapp 8 Euro erhöhten Sicherheitsgebühr eine "eklatante Ungleichbehandlung" der Luftfahrt gegenüber anderen Verkehrsträgern wie dem Autoverkehr oder der Bahn.

Niki Lauda, Chef des Billigfliegers "Niki", will sich mit seinem Partner Air Berlin in der Causa juristisch mit der AUA koordinieren und die Klage unterstützen, schreibt der "Kurier" in seiner Ausgabe von morgen, Donnerstag. Lauda ärgert sich besonders über die Vorgangsweise von Innen- und Finanzministerium, die beide für die drastische Erhöhung zuständig sind: "Das war eine regelrechte Nacht- und Nebelaktion. Wir haben erst vier Wochen vorher davon erfahren. Jetzt können wir die Gebühr für jene Tickets, die bis dahin schon verkauft waren, selbst bezahlen. Wir hatten schon Buchungen bis in den Sommer". Lauda schätzt den Verlust daraus auf rund 300.000 bis 400.000 Euro.

Lauda kritisiert außerdem ebenso wie die AUA, "dass diese Gebühr nicht zweckgebunden ist". Die beiden Ministerien seien den Nachweis, "warum es um soviel teurer geworden ist", schuldig geblieben. Lauda: "Es hat sich nämlich nichts geändert. Weder gibt es mehr Sicherheitskräfte noch gibt es neue Geräte".

Auch die irische Ryanair, Europas größte Billig-Airline, hat heute in Wien "die idiotische Erhöhung der Sicherheitsgebühr" kritisiert. Die höheren Kosten könnten dazu führen, dass Ryanair künftig verstärkt in den neuen EU-Nachbarländern wachse und in Österreich stagniere. Erstes Beispiel dafür: Ende März startet Ryanair mit Billigstflügen von Brünn nach London-Stansted. Ryanair, die bisher in Österreich Linz, Graz, Salzburg und Klagenfurt anfliegt, bezeichnet die Gebühren am Flughafen Wien als zu teuer. (APA)