Wien - Der kürzlich veröffentlichte Jahresbericht 2004 der Strommarktaufsichtsbehörde E-Control zeigt dramatische Entwicklungen im österreichischen Stromsektor. "Mit einem überdurchschnittlichen Plus im Stromverbrauch von 3,2 Prozent im Jahr 2003 werden mehr Kohlestrom und damit ein weiterer Anstieg der Treibhausgase zur Realität", warnt Stefan Moidl, Klimaexperte des WWF, in einer Aussendung am Donnerstag. Bereits in der Klimastrategie der Bundesregierung aus dem Jahr 2002 ist von Strom sparen als effiziente Variante um CO2 einzusparen die Rede. Der WWF fordert insbesondere Energieminister Bartenstein dazu auf, Maßnahmen in Richtung Energieeffizienz endlich umzusetzen.

2003 wies die CO2-Emission gerade im Sektor Strom- und Wärmeerzeugung einen gigantischen Rekordzuwachs von 20 Prozent auf. Mit ein Grund ist der im Bericht der E-Control diagnostizierte Stromverbrauchszuwachs im Jahr 2003. Diese vermehrten Treibhausgasemissionen entstanden außerdem durch die erhöhte Stromerzeugung durch Kohlekraftwerke. Klare Indizien, dass die österreichischen Klimaschutzziele mehr als gefährdet sind. "Angesichts dieser bedenklichen Entwicklung ist für den WWF der Stillstand im Energieministerium von Minister Bartenstein ein Armutszeugnis", so Moidl.

Bereits in der Klimastrategie der Bundesregierung 2002 wurde die Einsparung von Energie als effiziente Lösung dargestellt. Ebenso im Energiebericht 2003 und auch in der Regierungserklärung 2003 ist von Energieeffizienz zur Reduktion der Treibhausgasemissionen die Rede. Der WWF fordert daher von Energieminister Bartenstein sofortige Maßnahmen zur Einsparung von Strom zu setzen, um dem Klimaschutzziel der Bundesregierung durch die mehrfach angesprochene Energieeffizienz näher zu kommen.

Vergleiche

Die CO2-Emissionen aus dem Sektor Strom- und Wärmeerzeugung liegen momentan mit 16,03 Millionen Tonnen CO2 um 29,2 Prozent über dem Zielwert der österreichischen Klimastrategie zur Erreichung des Kyoto-Ziels mit 12,4 Millionen Tonnen. In den letzten 10 Jahren ist der Stromverbrauch in Österreich um 13.900 Gigawattstunden (GWh) bzw. 27,6 Prozent gestiegen. Das entspricht etwa einer zehnmaligen Strommenge, die das Donaukraftwerk Freudenau jährlich produziert. Anders gesagt, entspricht dies auch der zehnmaligen Menge Strom, die die vieldiskutierten Ökostromanlagen 2004 ins Stromnetz lieferten (1445 GWh). (red)