Hannover - Deutsche Forscher haben einen Bildschirm entwickelt, auf dem dreidimensionale Bilder ohne spezielle 3D-Brillen und selbst von der Seite zu sehen sind. Der Bildschirm, den das Fraunhofer Institut für Nachrichtentechnik am Donnerstag auf der Technologiemesse CeBIT in Hannover präsentierte, soll Architekten und Ingenieuren die Arbeit erleichtern. Auch Piloten können so mit realistischeren Flugsimulationen trainieren. Ärzte an der Universität Tübingen haben den Bildschirm bereits genutzt, um minimal invasive Operationen zu üben.

Der Bildschirm erzeugt zwei Bilder, die sich nur geringfügig unterscheiden. Eine vor dem Bildschirm angebrachte Linse wirft einen Lichtstrahl auf das linke Auge und einen zweiten auf das rechte Auge des Betrachters. Wenn sich der Betrachter zur Seite bewegt, registriert das eine Kamera und richtet die Linse aus. Mit Kameras und Infrarot-Sensoren registriert das Gerät die Bewegungen des Betrachters, so dass er mit einer Handbewegung durch die Bilder blättern oder ein dreidimensionales Objekt drehen kann.

Die Unterhaltungselektronikkonzerne Philips in den Niederlanden und Sharp in Japan entwickeln ebenfalls 3D-Bildschirme, für die der Betrachter keine Spezialbrille braucht. Allerdings machen sie die Bewegungen des Betrachters nicht mit, so dass er starr vor dem Bildschirm sitzen bleiben muss. Den Stoßzähnen des Elefanten, den das Fraunhofer Institut auf der CeBIT dem Bildschirm entspringen lässt, kann man dagegen ausweichen, ohne sie aus dem Blick zu verlieren. (Reuters)