Innsbruck – Sie zahlen 50 Prozent vom Kaufpreis des Neuwagens ihrer Wahl, nutzen um dieses Geld das Auto fünf Jahre und sparen auch noch die Kosten für die Versicherung und Kfz-Steuer.

Ein verlockendes Angebot – aber kein empfehlenswertes, warnt die Konsumentenschützerin der AK Tirol, Ulrike Tembler. Eine Firma im Tiroler Oberland wirbt mindestens seit Dezember 2004 damit und geht vor allem per E-Mail auf Kundenfang.

Tembler liegen drei verschiedene Vertragsvarianten vor. Alle stammen von Konsumenten die klug genug waren, das Angebot vor einer möglichen Unterschrift von der AK prüfen zu lassen.

Firma least Pkw

Der Ablauf: Die Konsumenten bezahlen bei Vertragsabschluss ihren Beitrag zur Gänze. Die anbietende Firma leastbei Dritten den Pkw und überlässt ihn dem Kunden. Die Geschäftsidee der von Tembler namentlich nicht genannten Firma besteht darin, dass sie das Geld ihrer Kunden anlegt und von den Zinsen und Renditen Leasingraten und die Kfz-Versicherung bezahlt.

"Aber", so Tembler, "das ist eine Kalkulation die nie aufgehen kann". Der größte Haken für den Konsumenten: Er ist nicht Leasingnehmer, sondern die vermittelnde Firma, der Leasingvertrag wird nicht einmal vorgelegt. Sobald die Firma mit den Leasingraten in Verzug gerät, ist das Auto schnell weg. Unbekannt bleibt für den Konsumenten auch, wie hoch und gegen welche Schäden das Auto versichert ist und ob die Prämien rechtzeitig bezahlt werden.

"Der Konsument hat null Sicherheit", betont Tembler auch wenn im Vertrag von einem Treuhänder die Rede ist, bei dem das Geld aber nur kurze Zeit geparkt wird. Angeblich soll sich die vermeintlich tolle Geschäftsidee inzwischen bereits nach Ostösterreich ausbreiten. (hs, DER STANDARD – Printausgabe, 11. März 2005)