Wien - Klemens Rehse hat es nicht leicht: Wenn der stellvertretende Bezirksvorsteher von Wien-Favoriten dieser Tage fordert, dass der Reumannplatz speziell nachts sicherer werden müsse, fragt man ihn von allen Seiten, ob er nicht andere Sorgen habe. Denn Rehse ist Freiheitlicher - und natürlich habe er auch andere Sorgen, bekennt er im Gespräch mit dem STANDARD: Dass jetzt eineinhalb Monate über Führung und eventuelle Neugründung der FPÖ debattiert werde, sei der Sacharbeit eben nicht nützlich.

Auch Günther Barnet, Klubdirektor im Parlament und Wiener Landtagsabgeordneter, fühlt sich einer Art "Realo"-Flügel zugeordnet: "Wir müssen in der Regierung bleiben, etwas anderes ist doch nicht realistisch."

Dass sein Wiener Landesparteiobmann Heinz-Christian Strache jetzt konstruktiv an der Arbeit der Bundespartei mitwirken wolle, hält er für "bemerkenswert". Strache habe ja daran mitgewirkt, einen Teil der Partei öffentlich zu demütigen, als Nationalratsklubchef Herbert Scheibner beim letzten Landesparteitag aus dem Wiener Landesparteivorstand gestrichen wurde.

Der Einschätzung von Straches Freunden, der Wiener Landesparteichef sei eine "konstruktive Zukunftshoffnung" kann Barnet nicht wirklich trauen. Vielmehr habe Strache jetzt "Kreide gefressen". Im Gespräch mit dem STANDARD räumt Barnet allerdings ein, dass Strache in seiner Landespartei sicher eine Mehrheit habe - Bedeutung habe das aber nur, wenn es auch gelinge, die Wähler zu gewinnen. Komme es aber zu einer Parteispaltung (oder Neugründung), dann würde der Großteil der verbleibenden Wähler wohl Haider und nicht Strache folgen. Und er als Funktionär auch. (cs/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.3.2005)