Miami - Die zum Symbol des Folterskandals im irakischen Abu-Ghraib-Gefängnis gewordene US-Soldatin Lynndie England kommt im Mai vor ein Militärgericht. England werde ab dem 3. Mai auf dem texanischen Militärstützpunkt Fort Hood der Prozess gemacht, teilte die US-Armee am Donnerstag (Ortszeit) mit. Die 22-Jährige muss sich wegen Gefangenenmisshandlung, Pflichtverletzung, unzüchtiger Handlungen und Verschwörung verantworten. Der Soldatin drohen bis zu 16,5 Jahre Gefängnis und die unehrenhafte Entlassung aus der Armee.

Die US-Soldatin wurde zur Symbolfigur des Skandals im Abu-Ghraib-Gefängnis bei Bagdad geworden, als im vergangenen Jahr Fotos von Misshandlungen irakischer Gefangener durch England und andere US-Soldaten um die Welt gingen. Ein Foto zeigt die junge Frau, wie sie einen nackten, am Boden liegenden Gefangenen an der Leine hält. Auf einem weiteren Bild hält sie neben einer Pyramide nackter Gefangener lachend ihren Daumen in die Luft.

Im Jänner war Englands Freund Charles Graner wegen seiner Beteiligung an der Gefangenenmisshandlung zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Fünf weitere Soldaten erhielten bisher Strafen von bis zu achteinhalb Jahren Gefängnis. (APA)