New York - Immer mehr Eltern vertrauen auf Pflanzenpräparate, um bei ihren Kindern verschiedenste Beschwerden zu heilen oder zumindest zu lindern. Forscher aus Österreich und den USA haben nun zwischen den Jahren 1960 und 2003 veröffentlichte Studien darauf untersucht, für welche Naturmittel eine therapeutische Wirkung belegt ist. Die Analyse ergab laut dem "Journal of Pediatrics", dass brauchbare Untersuchungen nur für die wenigsten Pflanzenmittel vorliegen.

Andrographis paniculata

Dazu gehört etwa die Pflanze Andrographis paniculata, die traditionell in der chinesischen und ayurvedischen Medizin gegen Erkältungen, Grippe und Atemwegserkrankungen verwendet wird. Einige Untersuchungen bestätigen tatsächlich, dass Andrographis die Gefahr für Infektionen der oberen Atemwege verringert. In einer Studie erhielten Kinder das Pflanzenmittel drei Monate lang. In den ersten beiden Monaten beobachteten die Forscher keinerlei Effekt, im dritten Monat aber ging die Zahl der Erkältungen um 70 Prozent zurück.

Das aus Pflanzensamen gewonnene Nachtkerzenöl wird häufig gegen Hautprobleme, Arthritis oder das prämenstruelle Syndrom eingesetzt. Untersuchungsergebnisse bestätigen, dass das Öl Entzündungen der Haut bei Kindern deutlich lindern kann. Zusätzlich verbessert das Öl einer Studie zufolge auch bei hyperaktiven Kindern die Leistungen.

Baldrian und Efeu

Bei Kindern mit Hyperaktivität, Schlafstörungen und Entwicklungsverzögerungen erbrachten Studien auch Hinweise auf einen therapeutischen Effekt von Baldrian. Die abendliche Gabe des Kräutermittels über zwei Wochen erhöhte in einer Studie bei Kindern sowohl die Schlafdauer als auch die Schlafqualität. Getrocknete Efeublätter verbessern Studien zufolge bei asthmakranken Kindern die Atmung. Kautabletten mit Efeublättern helfen demnach auch gegen Bronchitis, sowohl zur Vorbeugung als auch nach bereits ausgebrochener Krankheit.

Ohne Beleg

Für eine ganze Reihe anderer Mittel fanden die Forscher der Karl-Franzens-Universität in Graz und der Universität von Illinois aber keinen Wirkungsbeleg. So etwa für Preiselbeer-Saft, dem Heilkräfte bei Infektionen der Harnwege nachgesagt werden, Knoblauch, der gegen Kreislaufbeschwerden eingesetzt wird, sowie für Echinacea, das im Ruf steht, gegen Erkältungen zu helfen.

Die Forscher raten Eltern, sich vor der Verwendung von Pflanzenmitteln mit einem Arzt zu beraten, da viele Mittel insbesondere in Verbindung mit anderen Therapien gefährlich sein können. "Da immer mehr Kinder Pflanzenmittel ausgesetzt sind, ist es wichtig, die Sicherheit und Wirksamkeit diese Alternativtherapien abzusichern", betont Untersuchungsleiterin Gail Mahady. (APA/AP)