Klagenfurt - Jener Kärntner Unternehmer, der bereits eine Rückerstattung von 227.000 Euro an Spielverlusten von den Casinos Austria erkämpft hat, erhielt noch einmal 304.000 Euro Rückzahlung zugesprochen. Das Urteil in dem Zivilprozess liegt nun vor, Richter Hellfried Kandutsch gab dem Spieler Recht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Anwalt Gunter Huainigg rechnete am Freitag aber nicht mit einem neuerlichen Rekurs der Casinos Austria.

Teilsumme war für verjährt erklärt worden

Die von dem Kärntner eingeklagte Teilsumme war in einem ersten Prozess für verjährt erklärt worden. Der Oberste Gerichtshof, der im Jänner dem 41-jährigen ehemaligen Baustoffhändler einen Teil des im Casino Velden verspielten Geldes zugesprochen hatte, entschied jedoch, dass die Verjährungsfrist erst dann beginnt, wenn der Spieler seine Sucht als Krankheit erkennt. Daher wurde die Entscheidung über 272.000 Euro plus Zinsen an das Erstgericht zurückverwiesen. Insgesamt wurden ihm nun 304.000 Euro zugesprochen.

Die Verhandlung am 3. März dieses Jahres drehte sich auch in erster Linie um die Frage, ab wann der Mann, der eigenen Angaben zufolge zwischen 1997 bis 2000 rund 2,5 Millionen Euro verspielt hat, seine Spielsucht erkannt hat. Spätestens nach dem Gutachten des Sachverständigen rechneten alle Prozessbeobachter damit, dass der Spieler, der seine Sucht eigenen Angaben zufolge besiegt hat, das Verfahren gewinnen würde.

Bonität auffälliger Spieler muss überprüft werden

Von Februar 2002 an kämpfte der Ex-Unternehmer um die Rückzahlung seiner Spielverluste. Insgesamt 1,2 Millionen klagte er über seine Anwälte Gunter Huainigg und Walter Dellacher ein. Sie beriefen sich auf Paragraf 35 Absatz 3 des Glücksspielgesetzes. Dieser besagt, dass das Casino bei jedem Spieler, der auffällig wird, dessen Bonität überprüfen muss. Der Spieler ließ sich einmal sogar sperren, hob diese Sperre aber sehr schnell wieder auf. Spätestens da, so die Argumentation der Anwälte, hätte das Casino reagieren müssen.

Die Casinos Austria argumentierten zwar, dass sie alle gebotenen Maßnahmen zum Schutz der Spielgäste auch in diesem Fall getätigt hätten. Trotzdem erhielt der Kläger durch alle Instanzen teilweise Recht. Derzeit sind mindestens fünf weitere Verfahren anhängig, bei denen Spieler von den Casinos Austria Verluste wegen mangelnder Sorgfaltspflicht zurückfordern. Erst am 1. März hatte ein Tiroler Spielsüchtiger beim Oberlandesgericht Innsbruck die Rückerstattung von 313.000 Euro an Spielverlusten zugesprochen erhalten. (APA)