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Eiskunstlauf-Jury: Söndergaard, Kronsteiner, Tormanntrainer Gruber und Cotrainer Dihanich.

Foto: Reuters/Zolles
Wien - Günter Kronsteiner brachte das winterliche 1:1 zwischen Austria Magna und Real Saragossa im Achtelfinal-Hinspiel des Fußball-UEFA-Cups auf den Punkt. "Eine Analyse eines Spiels auf einem Eislaufplatz ist fast nicht möglich. Man ist gar nicht in die Zweikämpfe gekommen, weil man mit der eigenen Balance beschäftigt war", sagte der violette Sportdirektor, dessen Schützlinge alle Schuhe probiert und dann selbst die Wahl getroffen hatten. Austria-Kapitän Ernst Dospel sprach nachher von einem "Lotteriespiel".

Dem "Eislaufen", das im Zufall einen kongenialen Begleiter fand, waren wie schon vor dem Heimspiel gegen Athletic Bilbao Diskussionen über die Bedingungen des Spielfeldes der Verantwortlichen vorausgegangen, wobei auch eine Verschiebung auf Freitag (14 Uhr) ventiliert worden war. Von 10 bis 18 Uhr liefen die 16 Heizkanonen, die den pickelharten Boden aufweichten, auf Hochtouren. "Um 16 Uhr hat der Schiedsrichter die Vertreter beider Mannschaft gefragt, ob sie spielen wollen, und alle waren für einen Anpfiff", erzählte Austria-Manager Markus Kraetschmer.

Auch der nordirische UEFA-Delegierte Jim Boyce attestierte dem Gastgeber, alles zur "Präparierung" unternommen zu haben und zeigte sich zufrieden. Doch nach der Inspektion verschlechterte sich das Geläuf auf Grund der sinkenden Temperaturen immer mehr zu einem harten und rutschigen Boden. Die "Heizstrahler" mussten jedoch um 18 Uhr, als das Flutlicht die Arena erhellte, abgeschaltet werden. Kraetschmer nannte den Grund: "Licht und Heizung hätten zu viel Strom gefressen, die Kapazität überfordert".

Es hätten also auch 50 Heizkanonen nichts gebracht. Saragossa-Trainer Victor Munoz hatte noch 15 Minuten vor dem Beginn in der Schiri-Kabine seine Bedenken gegen eine Austragung geäußert. Dazu Kronsteiner: "Der Boden war zwar nicht optimal, aber die Gesundheit und die Sicherheit der Spieler war nicht gefährdet, und das war der große Unterschied zur Bilbao-Absage." Munoz fand es später in der Pressekonferenz "unglaublich, dass eine europäische Hauptstadt über keine Technologie von 2005 verfügt."

Auch der jüngste UEFA-Cup-Abend in Wien unterstrich die Wichtigkeit des Einbaus einer Rasenheizung, die nach den jüngsten Absagen (auch Österreich - Kroatien) im Auftrag der Gemeinde Wien schon heuer installiert wird. Praktisch mit dem Schlusspfiff in der Prater-Arena begannen die Vorbereitungen im Horr-Stadion für das sonntägige Derby Austria - Rapid. "Wir haben die Heizkanonen nach Favoriten gebracht, dazu stehen 40 Mann in Bereitschaft, reguläre Verhältnisse zu schaffen.

Am Freitag präsentierte sich ein Teil des Rasen vor der Südtribüne zwar noch in eisigem Zustand, doch die Wetterfrösche sagten für das Wochenende Temperaturen bis zu acht Grad plus voraus. "Der Platz sollte dann aufgehen, trotzdem kommen am Samstag die Heizkanonen zum Einsatz", sagt Kraetschmer, der die Kosten für die praktisch seit 20. Februar fast tätlich laufende Beseitigung der Schneemassen mit sage und schreibe insgesamt 150.000 Euro angab. "Ein Tag für Personal, LKW-Miete und Transport kostet etwa 7.000 Euro."(APA)