Bischkek - Drei Tage nach der zweiten Runde der Parlamentswahl in Kirgisien haben die USA ihren Druck auf die Regierung der ehemaligen Sowjetrepublik erhöht. Die Einschüchterung der Medien und die Nichtzulassung von Kandidaten der Opposition hätten freie Wahlen unmöglich gemacht, sagte am Mittwoch der US-Botschafter in Bischkek, Stephen Young. Schon am Vortag hatte das US-Außenministerium von schweren Fehlern bei der Wahl gesprochen.

Von beiden Lagern seien viele Stimmen gekauft worden, sagte Young. "Diese negativen Tendenzen haben der Reputation Kirgisiens als ein Land, das die Demokratie fördert, Schaden zugefügt." Die Demonstrationen dieser Woche zeigten, dass in mehreren Teilen des Landes viele Bürger von der Regierung enttäuscht seien. Der US-Botschafter appellierte an die Demonstranten und an die Behörden, eine gewaltsame Eskalation des Konflikts zu vermeiden.

Die Anhänger der Opposition haben mehrere Behördengebäude in der Provinz besetzt. In der westlichen Region Talas wurden der Regionalgouverneur und ein Bezirksverwaltungschef als Geiseln genommen. Die Opposition fürchtet, dass Präsident Askar Akajew seinen Einfluss nach der Präsidentenwahl im Oktober zementieren könnte, auch wenn ihm die Verfassung nach 15 Regierungsjahren eine weitere Amtszeit versagt. Unter den neu gewählten Abgeordneten sind auch Akajews Tochter Bermet und sein Sohn Aidar. Die Opposition errang nur 6 der 75 Mandate. (APA/AP)