Bild nicht mehr verfügbar.

"Der Staffelsieg war noch wichtiger", meinte Ole Einar Björndalen nach seinem vierten Goldlauf.

Foto: AP/Jönsson
Hochfilzen - Ole Einar Björndalen hat sich am Sonntag mit seinem vierten WM-Titel zum "König von Hochfilzen" gekrönt. Der 31-jährige Norweger mit Wohnsitz Obertilliach beendete die 40. Biathlon-Weltmeisterschaften nach seinem Vortags-Erfolg mit der Staffel mit Stil und triumphierte auch im 15-km-Massenstart-Bewerb. Bei den Winterspielen 2002 hatte Björndalen ebenfalls vier Goldmedaillen gewonnen. Mit drei Strafrunden setzte er sich vor dem Deutschen Sven Fischer (+11,9 Sekunden/3) und dem Franzosen Raphael Poiree (20,6/2) durch. Für Wolfgang Rottmann blieb einen Tag nach Staffel-Bronze Rang 19.

Entscheidender Stehend-Anschlag

Zwei Fehler im dritten von vier Schieß-Abschnitten (stehend) hatten Björndalen aus den Medaillenrängen befördert, doch eine fehlerlose Leistung am letzten Schießstand brachte ihn zurück an die Spitze. "Der vierte Titel ist eine tolle Sache, aber noch wichtiger war für uns der Staffelsieg am Vortag. Darauf haben wir 37 Jahre lang warten müssen", freute sich Björndalen.

Titelverteidiger Poiree, der rund 1,5 km vor dem Ziel stürzte, musste den zweiten Rang dem Deutschen Sven Fischer überlassen. Doch mit Bronze gelang dem dreifachen Weltmeister von 2004 nach problematischer Saison immerhin ein schöner Abschluss. Fischer sicherte sich bereits das dritte Edelmetall in Tirol nach Silber und Bronze.

Björndalen machte vor 15.000 Zuschauern und bei strahlendem Winterwetter den Norweger-Tag in Hochfilzen perfekt. Zuvor hatte seine Landsfrau Gro Istad-Kristiansen ja den 12,5-km-Damenbewerb gewonnen.

Rottmann nahm Risiko und verlor

Die beiden für das Dreißiger-Feld qualifizierten Österreicher waren nach dem zweiten Schießen weit von den Podestplätzen entfernt. Wolfgang Rottmann verzeichnete vier Fehlschüsse und meinte, er habe im fünften Rennen die Strapazen der WM gespürt. "Ich habe viel Risiko genommen, dafür sind vier Fehlschüsse nicht schlecht, aber zuviel", sagte der Salzburger, der anfangs hinter Ole Einar Björndalen dem Feld davongezogen war. Die Feier nach Staffel-Bronze am Vorabend war nur kurz ausgefallen, wenige Stunden nach dem WM-Abschluss erfolgte bereits der Flug zum Weltcup-Finale in Chanty-Mansijsk (RUS).

Ludwig Gredler war nicht der erhoffte Abschied bei der Heim-WM vergönnt, die einwöchige Grippeerkrankung hatte zu viel Substanz gekostet. Im einzigen Rennen seiner vielleicht letzten Weltmeisterschaften (Olympia 2006 hat er noch fix eingeplant) kam der 37-Jährige über Rang 25 (vier Strafrunden) nicht hinaus. "Ich habe am Schluss mit Krämpfen gekämpft, aber es war ein Erlebnis vor dieser tollen Zuschauerkulisse zu laufen", sagte Gredler. (APA)

Resultat: 15 km Massenstart Herren: 1. Ole Einar Björndalen (NOR) 40:51,9 Min./3 Strafrd. - 2. Sven Fischer (GER) + 11,9 Sek./3 - 3. Raphael Poiree (FRA) 20,6/2 - 4. Nicolai Kruglow (RUS) 27,3/1 - 5. Tomasz Sikora (POL) 30,7/2 - 6. Andrej Derisemlja (UKR) 33,2/2 - 7. Ricco Groß (GER) 34,5/2 - 8. Sergej Tschepikow (RUS) 36,7/2 - 9. Olexander Bilanenko (UKR) 37,7/0 - 10. Michael Greis (GER) 46,1/2 - weiter: 19. Wolfgang Rottmann (AUT) 1:47,2 Min./4) - 25. Ludwig Gredler (AUT) 2:50,9/4

Weltcup-Gesamtwertung (nach 24 von 27 Rennen): 1. Fischer 838 Pkt. - 2. Poiree 809 - 3. Björndalen 787 - 4. Groß 634 - 5. Tschepikow 604 - 6. Kruglow 588 - weiter: 18. Rottmann 240 - 24. Gredler 173 - 27. Daniel Mesotitsch 156 - 37. Wolfgang Perner (AUT) 113 - 51. Christoph Sumann (AUT) 51 - 55. Friedrich Pinter (AUT) 43