Der von Georg Winckler, Rektor der Universität Wien, Anfang Februar vorgelegte "Entwicklungsplan 2010" bekommt durch den jüngsten Rechnungshofbericht, der das Rektorat zu "Schwerpunktsetzungen" auffordert, zusätzliche Brisanz.

Im STANDARD-Gespräch betont Winckler, die im Entwicklungsplan vorgenommene Forschungsplanung sei unter dem Motto "keine Stellenstreichung, aber auch sehr zurückhaltend in der Schaffung von Stellen" erfolgt. Senatsmitglied Ekkehard Weber plädiert zudem dafür, dass Professoren weniger selbstreferenziell sein sollten. Man müsse unterscheiden, ob ein Studieninhalt im internationalen Vergleich als "Kernelement" eines Faches gelte, oder ob es sich um "spezifische Hobbyrandbereiche von einem Professor" handelt.

Die großen Spielräume, die das Zukunftspapier lässt, hätten es Rektor Winckler ermöglicht, "eine gewisse Ruhe an der Universität zu behalten". Nach Evaluation der Forschungsschwerpunkte in zwei Jahren habe man zudem eine bessere Sachgrundlage für etwaige Veränderungen, sagt Weber. (DER STANDARD-Printausgabe, 13.3.2005)