Robert A. Iger, derzeit Präsident des Unterhaltungskonzerns Disney , wird Ende September neuer CEO des Unternehmens. Diese Entscheidung hat der Disney-Vorstand am Wochenende einstimmig gefällt, berichtet die New York Times (NYT). Roy Disney und Stanley Gold, Initiatoren der Rebellion gegen Eisner, geben sich damit jedoch nicht zufrieden. Sie schießen sich nun auf den Vorstand ein. In einer Aussendung meinen sie, dass der Vorstand das Vertrauen der Aktionäre missbraucht habe und ersetzt werden soll.

Keine Bereitschaft

Die Wahl Igers zeige keine Bereitschaft "klaren Abstand" von der vorherigen Führung zu gewinnen und "die Führungskultur zu ändern", wettern die beiden ehemaligen Vorstandsmitglieder. Im Gegenteil, sie nennen die Wahl Igers sogar einen "Vertrauensbruch" und attackieren den Vorstandsvorsitzenden George Mitchell. Dieser bezeichnete die Wahl Igers als Ergebnis eines "langen, ausführlichen und professionellen Auswahlverfahrens". Auch das sehen Disney und Gold anderes. Sie halten es für unverständlich, warum sich kein einziger externer Kandidat für den Job bei Disney interessiert. Zudem bezweifeln die beiden Vorstands-Dissidenten, dass außer eBay-Chef Meg Whitman andere externe Kandidaten befragt wurden. Schließlich fordern sie die Aktionäre auf "diesen Vorstand zu ersetzen und neu anzufangen".

Sanft

Der 54-jährige Iger hat seine Karriere vor 30 Jahren beim US-Sender ABC begonnen, der heute eine Tochter des Disney-Konzerns ist. Seine Wahl ist daher keine Überraschung, gilt er doch als der "natürliche" Nachfolger und Wunschkandidat Eisners. Er wird seinen Job als CEO am 30. September antreten. Bis dahin soll es eine "sanfte Übergabe" geben. Das bedeutet, dass sich Eisner und Iger in den kommenden sechs Monaten die Aufgaben des CEO teilen. Von Iger wird erwartet neue Akzente zu setzen, obwohl er seit Jahren die rechte Hand Eisners ist.

Eisner wird noch bis 2006 im Vorstand des Konzerns bleiben. Er werde aber keine Wiederwahl anstreben. Auch eine Kandidatur als Chairman hat Eisner nicht vor, wie er in einem Brief an den Vorstand schreibt. Eisner hat Disney seit 1984 geleitet. Zuletzt warfen ihm Disney und Gold vor, sich auf Kosten der Kreativität des Unternehmens zu sehr auf die finanzielle Performance des Konzerns zu konzentrieren. Im vergangenen März zettelten die beiden bei der Hauptversammlung der Disney-Aktionäre eine Rebellion gegen Eisner an, die mit einem Misstrauensvotum von 43 Prozent gegen Eisner endete. Eisner trat daraufhin als Präsident zurück, blieb aber CEO. (pte)