Klagenfurt - Die langjährige Vorsitzende des Klagenfurter Frauenhauses, die SPÖ-Abg. Melitta Trunk, hat am Samstag gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Dietlinde Kreutzer ihren Rücktritt erklärt. Sämtliche Überprüfungen hätten ergeben, dass die Finanzen des Vereins in Ordnung seien, die notwendigen Reorganisationsmaßnahmen müssten nun andere durchführen.

Streithergang

Ende Jänner waren die Auseinandersetzungen um das Frauenhaus offen ausgebrochen. Trunk und Kreutzer hatten Reformen in Angriff genommen, ein Teil der Belegschaft lehnte sämtliche Änderungen wie die Einführung eines Controlling ab. Sie pochten auf eine 1986 geschlossene Betriebsvereinbarung. "Diese war aber absolut nicht mehr zeitgemäß und muss geändert werden", sagte Trunk bei einem Pressegespräch in Klagenfurt.

Geld in dunklen Kanälen?

Ihren Rücktritt begründete Trunk damit, dass sie es Leid sei, für mehr als zehn Jahre ehrenamtliche Arbeit nun mit rufschädigenden Vorwürfen überschüttet zu werden: "Ich habe mir weder Dank noch einen Blumenstrauß erwartet, aber auch keine öffentlichen Beschimpfungen." Kreutzer argumentierte ganz ähnlich und fügte hinzu: "Wenn es noch einmal rufschädigende oder beleidigende Äußerungen gibt, dann werde ich klagen." Sie bezog sich dabei auf eine Äußerung der Klagenfurter Grün-Stadträtin Andrea Wulz, die öffentlich die Vermutung geäußert hatte, dass "Geld in dunkle Kanäle" geflossen sei. Dieser Vorwurf sei durch alle Überprüfungen eindeutig entkräftet, unterstrichen die beiden Vorstände.

Mögliche Eingliederung in Landesregierung

Beide betonten, dass die Betreuung der Schutz suchenden Frauen und Kinder in dem Ende 2003 neu eröffneten Haus gesichert sei. Nun müsste eine "vernünftige Betriebsvereinbarung" abgeschlossen werden. In einer Aussprache mit Sozialreferentin Gabriele Schaunig-Kandut (S) sei am Freitag auch eine Eingliederung des Frauenhauses in die Abteilung 13 der Landesregierung zur Sprache gekommen. "Ich könnte mir so etwas gut vorstellen", meinte Trunk dazu. Immerhin sei das Land der wichtigste Financier des Vereins.

Im nun vorliegenden Resultat der Wirtschaftsprüfung sehen sich Trunk und Kreutzer in den von ihnen geforderten Reformen bestätigt. Trunk: "Im Prüfbericht sind fast deckungsgleich genau jene Vorschläge gemacht worden, die wir durchsetzen wollten." Formal werden Trunk und Kreutzer am Montag den Frauenhausvorstand über ihren Rücktritt informieren und ihre vorläufigen Nachfolgerinnen nominieren, die bis zur nächsten Generalversammlung ihre Funktionen übernehmen. (APA)