Wien - Sozialministerin Ursula Haubner nahm am Freitag zu der vom Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) durchgeführten Studie über den Zuwachs der Geburtenrate seit 2002 Stellung. "Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass das Kinderbetreuungsgeld seit seiner Einführung 2002 die gewünschte Wirkung zeigt und wieder Mut zum Kind macht".

Die FP-Ministerin sah im Anstieg der "totalen Fertilitätsrate" (Zahl der Geburten pro Frau) um acht Prozent eine Bestätigung der Neubewertung der Familie in Österreich, "denn man hat wieder Vertrauen in die Zukunft und erfüllt sich den Kinderwunsch. Familie ist in Österreich wieder positiv besetzt, das gesellschaftliche Klima spielt eine wichtige Rolle," so Haubner.

SPÖ: Reaktion "bezeichnend"

Für SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl ist es bezeichnend, dass Sozialministerin Haubner von einer "gewünschten Wirkung" des Kindergelds spricht. "Frauen werden durch die Neuregelung der schwarz-blauen Regierung aus dem Erwerbsleben gedrängt, das belegt eine Wifo-Studie eindeutig". Die Arbeitslosigkeit unter den Wiedereinsteigerinnen sei durch das Kindergeld dramatisch gestiegen hat, so Kuntzl am Samstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ.

Auch ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Renate Csörgits zeigte sich erzürnt über die Reaktion Haubners: "Das Kinderbetreuungsgeld zeigt tatsächlich die von der schwarz-blauen Regierung gewünschte Wirkung: Frauen zurück an den Herd". Was wirklich Mut zum Kind machen würde, seien entsprechende Rahmenbedingungen: Vereinbarkeit von Beruf und Familie und endlich gleiche Chancen für Frauen am Arbeitsmarkt. "Die derzeitigen Bedingungen für Frauen mit Kindern sind unzumutbar", schloss Csörgits. (red)