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Foto: APA/BARBARA GINDL/OESTA/ADR/STAATSVERTRAG
Wien - Das Original des Staatsvertrags wird ab Mitte April für insgesamt 45 Tage nach Österreich kommen. Auf diesen Zeitraum hat sich Lorenz Mikoletzky, der Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs, bei Gesprächen in Moskau mit den russischen Verantwortlichen geeinigt. Das Dokument wird zuerst bei der niederösterreichischen Staatsvertrags-Schau auf der Schallaburg und dann bei der Ausstellung im Oberen Belvedere in Wien zu sehen sein. Mikoletzky: "Er wird fifty-fifty für die zwei Ausstellungen zur Verfügung stehen."

Das Dokument wird am 14. April in Wien erwartet und dann auf die Schallaburg gebracht, so Mikoletzky. Zu sehen sein soll dort - ebenso wie später in Wien - jene Seite, auf welcher der damalige österreichische Außenminister Leopold Figl unterschrieben hat. Als einziger der insgesamt neun Unterzeichner - dazu kommen die Außenminister sowie die Hochkommissare bzw. Botschafter der alliierten Mächte USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich - hat er dazu grüne Tinte verwendet.

Aufbewahrungsort

Üblicherweise aufbewahrt wird die Urkunde im Archiv des russischen Außenministeriums in Moskau. Sollte es einmal zu Streitigkeiten über den Inhalt kommen, wäre die Moskauer Version die letztlich gültige. Diese Vorgangsweise bei internationalen Abkommen, dass nur eine Kopie als das Dokument mit dem authentischen Text gilt, hat bei Staatsverträgen eine lange Tradition. Sie stammt aus Zeiten, in denen an die modernen Kommunikationsmittel nicht einmal zu denken war. In Österreich befindet sich eine Kopie der Urkunde.

Von russischer Seite gab es denn auch Bedenken, ob ein gültiger Vertrag aus der Hand gegeben und ausgestellt werden soll. Als Kompromiss hat man sich auf die 45 Tage geeinigt. In Österreich sei der Zugang zu dieser Frage aber überhaupt ein anderer, so Mikoletzky. So werde derzeit im Palais Porcia in der Wiener Innenstadt das Original des Beitrittsvertrags Österreichs zur EU ausgestellt.

"Es ist nicht anders als beim Hasen"

Klar ist für den Direktor des Staatsarchivs auch, dass beim Staatsvertrag alle konservatorischen Maßnahmen ergriffen werden, um Schäden zu verhindern. Temperatur, Licht und Luftfeuchtigkeit müssen stimmen. Mikoletzky: "Es ist nicht anders als beim Hasen."(APA)