Jerusalem - Israels Ministerpräsident Sharon hat am Montag die palästinensischen Bemühungen um einen Waffenstillstand als unzureichend zurückgewiesen. "Der Waffenstillstand, auf den die Palästinenser hinarbeiten, verzichtet nicht auf die Möglichkeit des Terrors und ist keine Lösung. Wir werden dem nicht zustimmen", sagte Sharon bei einem Treffen mit dem niederländischen Regierungschef Balkenende in Jerusalem.

Einjährige Waffenruhe

Militante Palästinenser-Gruppen hatten zuvor in Kairo erklärt, sie seien unter bestimmten Bedingungen bereit, einen Waffenstillstand anzubieten. Am Dienstag beginnen in der ägyptischen Hauptstadt Waffenruhe-Gespräche der Palästinenser. Nach Angaben des von Damaskus aus operierenden Generalkommandos der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP-GC) haben die ägyptischen Gastgeber einen Entwurf verfasst, der eine einjährige Waffenruhe vorschlägt.

Sharon erklärte jedoch, eine zeitlich befristete Ruhe sei nur ein Deckmantel, unter dem terroristische Organisationen ihre terroristischen Aktionen gegen Israel fortsetzten würden. Den politischen Prozess könnten sie dabei als Druckmittel nutzen.

"Zerschlagen, statt verhandeln"

Sharon hielt an seiner Forderung fest, Palästinenser-Präsident Abbas solle wie im internationalen Friedensplan für den Nahen Osten gefordert die militanten Palästinenser-Gruppen zerschlagen, statt mit ihnen zu verhandeln.

Abbas hatte sich im Februar mit Israel auf einen Gewaltverzicht geeinigt, wobei ihm jedoch mehrere radikale Gruppen die Gefolgschaft verweigerten. Bei dem Treffen in Kairo will der palästinensische Präsident nun versuchen, sie umzustimmen und auf eine Waffenruhe zu verpflichten. (APA)