Bild nicht mehr verfügbar.

Am 15. September des vergangenen Jahres wurde Frisk beim Spiel AS Roma gegen Dynamo Kiev von einer Münze am Kopf getroffen.

Foto: APA/EPA
London - Der Europäische Fußball-Verband (UEFA) will den Rücktritt des schwedischen Schiedsrichters Anders Frisk, der in jüngster Zeit sogar Morddrohungen erhalten hat, nicht hinnehmen. Die UEFA wird laut ihrem Sprecher William Gaillard versuchen, Frisk zum Rücktritt vom Rücktritt umzustimmen. "Wir stehen mit Anders in Kontakt und möchten ihn davon überzeugen, seine Schiedsrichterkarriere fortzusetzen, denn wir brauchen Männer von seinem Kaliber und seiner Qualität", erklärte Gaillard.

Der 42-jährige Top-Referee hatte am Freitagabend seinen Rücktritt erklärt. "Ich werde nie wieder einen Fußballplatz betreten", betonte Frisk in einem Interview mit der Zeitung "Aftonbladet". Der Skandinavier, der neben dem Italiener Pierluigi Collina sowie dem Deutschen Markus Merk weltweit zu den Top-Schiedsrichtern zählt, begründete seinen völlig überraschenden Schritt mit einer Welle von Drohungen, die er nach dem Hinspiel im Achtelfinale der Champions League zwischen dem FC Barcelona und Chelsea (2:1) erhalten hatte.

Blatter bekräftigt Unterstützung

FIFA-Präsident Joseph Blatter bekräftigt seine uneingeschränkte Unterstützung für alle Schiedsrichter. Blatter zeigte sich schockiert von den verbalen Attacken u.a. gegenüber Frisk und verlangte Respekt und faires Verhalten gegenüber den Referees.

FIFA-Präsident Blatter verurteilte in einer Aussendung die Urheber der Drohungen gegen Frisk, prangert aber gleichzeitig das Verhalten von Trainern, Funktionären und Spielern an, die ihrerseits die Schiedsrichter sowohl auf dem als auch außerhalb des Spielfelds, oftmals bewusst, verunsichern. "Die verbalen Attacken gegen die Schiedsrichter schockieren mich. Es handelt sich häufig um unüberlegte Verhaltensweisen, die unter den Fans Feuer entfachen. Ich verlange von allen betroffenen Parteien, dass sie sich gegenüber den Schiedsrichtern respektvoll und fair verhalten."

Blatter appellierte auch an die Medien, bei solchen Vorkommnissen keinerlei Nachsicht zu üben, und ersuchte um ihre Unterstützung, indem sie "die Tragweite solcher Äußerungen abschätzen, bevor sie darüber berichten". Er forderte zudem die Mitgliedsverbände der FIFA und die Konföderationen auf, in solchen Angelegenheiten entschlossen zu handeln. "Wer die Schiedsrichter angreift, greift direkt den Fußball an, den sie lieben."

Vorwürfe gegen Mourinho

Im Zusammenhang mit Frisks Rücktritt sind schwere Vorwürfe gegen Chelsea-Trainer Jose Mourinho erhoben worden. "Leute wie Mourinho sind der Feind des Fußballs", erklärte der Deutsche Volker Roth, Vorsitzender des Schiedsrichter-Komitees der UEFA. Mourinho droht Roth nun mit rechtlichen Schritten, sollte dieser seine Aussage nicht zurücknehmen.

Mourinho hatte den Ausschluss seines Stürmers Didier Drogba im Spiel gegen Barcelona heftig kritisiert und behauptet, Barca-Coach Frank Rijkaard wäre in der Pause in die Schiedsrichterkabine gegangen, was Frisk dementierte.

Auch der dänische Unparteiische Kim Milton Nilson ist nicht gut auf Mourinho zu sprechen. "Er muss mehr Verantwortung übernehmen und nicht Kommentare abgeben, die Wasser auf den Mühlen der Hooligans sind."(APA)