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Die Detonation beschädigte zahlreiche geparkte Autos und mehrere Gebäude.

Foto: AP
"Wir wollen die Wahrheit", ist einer der Slogans der libanesischen Opposition. Die Aufklärung des Attentats auf den ehemaligen Premier Rafik Hariri ist neben dem Abzug der syrischen Truppen, deren Hauptanliegen. Die prosyrische libanesische Regierung tat aber bisher wenig, die Anschuldigungen der Oppositionellen, sie sei daran beteiligt gewesen, zu entkräften.

Dienstag tauchten neue Gerüchte auf, die der Regierung und den Geheimdiensten nicht nur Fahrlässigkeit und Desinteresse vorwerfen. Robert Frisk, der langjährige Korrespondent des britischen Independent, unterstellt sogar eine direkte Beteiligung und beruft sich dabei auf die UN- Untersuchungskommission.

Ohne genaue Quellen zu nennen, berichtet Frisk von der Einrichtung neuer Parkzonen am Unglücksort, nur wenige Tage vor dem Attentat. Außerdem bestätigt er die bereits mehrfach geäußerte Vermutung einer unter der Straße platzierten Bombe.

Das steht im Widerspruch zu anderen UN-Erklärungen: Auf einem Überwachungsvideo der beim Attentat schwer beschädigten HSBC-Bank soll ein explodierendes Auto zu sehen sein. Außerdem stellte ein UN-Sprengstoffexperte fest, dass ein Kraterdurchmesser einer unterirdisch gezündeten 400 Kilogramm-Bombe nicht 30 Meter, sondern an die 1000 Meter groß sein müsste.

Indes herrscht im Land Furcht vor weiteren Anschlägen. Die Söhne Rafik Hariris etwa haben das Land verlassen. Premier Omar Karame versucht inzwischen weiter ein neues Kabinett zu bilden. Die Opposition lehnte jede Beteiligung daran ab. In Damaskus traf Dienstag Ägyptens Präsident Hosni Mubarak ein, um mit seinem Amtskollegen Bashar al-Assad über die Zukunft des Libanon zu beraten. (DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 16.3.2005)