In Norditalien jagt die Polizei den mysteriösen Sprengfallenleger, der am Sonntag in Motta die Livenza bei Treviso ein sechsjähriges Mädchen und eine Frau verletzt hat. 240 Personen stehen auf einer Namensliste der Ermittler, die schon seit elf Jahren den Bombenbauer suchen. Jetzt wurde ein Phantombild des Täters veröffentlicht. Ein Team aus 20 Experten koordiniert die Ermittlungen gegen den italienischen "Unabomber", wie die Medien den Gesuchten nennen.

Inzwischen besserte sich der Zustand der kleinen Greta, der beim Unabomber-Anschlag drei Finger der linken Hand zerfetzt worden waren. Die Ärzte rekonstruierten bei einer mehrstündigen Operation die Hand des Mädchens. "Das Kind ist stark und wird den Schock überwinden", sagte ein Arzt.

Bombenlegungen seit 1994

Die Carabinieri vergleichen die Reste der Sprengfalle mit jenen, die nach ähnlichen Anschlägen im norditalienischen Raum sichergestellt worden waren. Der "Unabomber" - bei dem man nicht sicher ist, ob es sich um einen einzelnen Täter handelt oder auch Nachahmer am Werk sind - treibt seit 1994 sein Unwesen.

Die Staatsanwaltschaften der vier norditalienischen Städte - Pordenone, Udine, Venedig und Treviso - versuchten bisher vergebens, dem geheimnisvollen Sprengfallenbauer auf die Spur zu kommen, der Friaul und Venetien terrorisiert. Erstmals tauchte der italienische "Unabomber" am 21. August 1994 auf. Bei einem Volksfest in Sacile bei Pordenone explodierte eine Rohrbombe, die drei Personen verletzte. (APA)