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Mila im Einsatz.

Foto: APA/Artinger
Wien - Der Tscheche Vachousek ist wegen der dritten Gelben Karte gesperrt, der Slowake Janocko am Knie verletzt. "Auf der linken Mittelfeldseite haben wir ein personelles Problem", gibt Sportmanager Günter Kronsteiner unumwunden zu. Zum Kreis der möglicher Kandidaten für die vakante Position kommt auch Sebastian Mila in Frage. Ein Einsatz am Donnerstag im Achtelfinal-Rückspiel des UEFA-Cups in Saragossa gegen Real käme dem Blondschopf wie gerufen. Ist doch sein ganz großer Fußballer-Traum die Primera Division.

Daheim gegen Athletic Bilbao (0:0) hatte er für Vastic ab der 76. Minute schon ein Mal ranschnuppern und beim 0:1 in Graz gegen Sturm bis zur 60. Minute den violetten Dress tragen dürfen. Wer weiß, vielleicht darf sich der junge Mittelfeldspieler auch im 34.596 Zuschauern Platz bietendem Estadio de la Romareda für zukünftige Aufgaben empfehlen. Eigenwerbung hat der Polen im UEFA-Cup im November 2003 ja schon einmal betreiben.

Ein wichtiges Tor in Manchester

In der zweiten Runde des UEFA-Cups erzielte er für seinen damaligen Verein Groclin Grodzisk in Manchester gegen Seaman, Anelka und Co. das letztlich wichtige Auswärtstor zum 1:1, das sich nach dem Rückspiel (0:0) als Goldes wert entpuppte. "Dort diesen Freistoß zu verwandeln, war für mich etwas Unglaubliches", erzählt der 22-Jährige mit Stolz. Das damalige Glücksgefühl bewirkte in seinem sportlichen Leben Entscheidendes. Von da an wusste Mila, dass er die internationale Fußball-Welt erobern möchte.

Als er im heurigen Jänner von Groclin zu Austria Magna wechselte, war das für viele Experten im Land von Österreichs WM-Quali-Gegner der längst fällige erste Karrieresprung des Talents. Sein Können hat der "blonde Engel" von Vater Stefan geerbt, der in den 70er Jahren Star von Gwardia Koszalin war. Mila jun. hat in seiner jungen Laufbahn schon für den Verein seines Vaters, Baltik Koszalin, Lech Danzig, Wisla Plock und zuletzt seit 2002 für Groclin gespielt.

Viele Vorschusslorbeeren

In seiner ersten Saison im Groclin-Trikot avancierte er zum Vizemeister, dann sorgte er international im UEFA-Cup neben Manchester City auch gegen Hertha BSC für Furore, ehe gegen Girondins Bordeaux Endstation war. Für viele Polen ist der 15-fache Teamspieler (drei Tore), der im Herbst 2004 für Groclin 13 Mal traf, schon jetzt der beste heimische, junge Fußballer. "Es freut mich, wenn ich solche Aussagen höre, aber ich weiß über mich am besten Bescheid", wehrt Mila alle Vorschusslorbeeren ab. Lob kommt auch von Austrias Sportmanager Günter Kronsteiner: "Er passt zu uns, verfügt über Potenzial, kann ein Großer werden und wird seinen Weg machen".

Mila ist sich bewusst, wie weit er noch entfernt ist, um zu den besten Spielern Europas zu zählen. "Ich werde weiter hart an mir arbeiten und hoffentlich eines Tages auf jenem Niveau spielen, das ich mir selbst vorstelle", sagt Mila. Der Mittelfeld-Allrounder, hinter dem schon Vereine aus England und Spanien her waren, hat den Weg nach Wien nicht bereut. "Das Team ist sehr stark, verfügt über viele international erfahrene Spieler. Es war die definitiv richtige Wahl, ich kann hier viel lernen." Und vielleicht auch erreichen. Sein Vertrag mit Option läuft bis Sommer 2007 (mit Option 2008).(APA)