Wien - Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) hat sich am Dienstag nach dem Ministerrat indirekt für den Verbleib von FP-Obfrau Ursula Haubner an der Spitze des Koalitionspartners ausgesprochen. Angesprochen auf die Bereitschaft Jörg Haiders zur Rückkehr an die Spitze der FPÖ, reichte Schüssel die Frage zwar erst an die im Pressefoyer im Ministerrat neben ihm sitzende Haubner weiter: "Ich sehe mich nicht wirklich in der Lage, über die Bande eine solche Frage sinnvoll zu beantworten." Im Nachsatz stellte Schüssel aber klar: "Ich habe eine amtierende Parteichefin, mit der arbeite ich sehr gut zusammen und das will ich auch weiter so halten."

Von Haubner gab es allerdings auch am Dienstag keine Aufklärung über ihre Position zur Bereitschaft ihres Bruders Haider, unter bestimmten Bedingungen wieder die FP-Führung zu übernehmen. Sie wolle Personalfragen nicht in der Öffentlichkeit, sondern in den Gremien besprechen. Haider sei aber einer der"wichtigsten Mitspieler in der Partei".

Die Kritik von zahlreichen FP-Politikern an der von der Parteiführung geforderten "Generalvollmacht" wies Haubner zurück. Sie machte klar, dass es der Bundesspitze dabei vor allem um mehr Einfluss auf die Wahllisten gehe. Man wolle Personen, die sich für die FPÖ engagieren wollen, die Möglichkeit geben, dies auch zu tun, betonte Haubner. Ein absolutes "Drüberfahren" der Parteiobfrau über andere in der FPÖ werde es aber nicht geben. (APA)