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Vorerst weiter in einer Doppel-Funktion: Frank Stronach.

Foto: Reuters/Zolles
Wien - Wie erwartet ohne Paukenschlag ist am Dienstag die Präsidentenkonferenz der österreichischen Fußball-Bundesliga zu Ende gegangen. Nach einer fast fünfstündigen Sitzung im Wiener Hotel Marriott betonte Mattersburg-Obmann und Bundesliga-Vize Martin Pucher, eine Absetzung von Frank Stronach, der übrigens nicht anwesend war, als Liga-Boss sei nicht zur Debatte gestanden. "Es war nie ein Thema, dass über den Präsidenten Stronach abgestimmt wird", erklärte Pucher.

Vielmehr habe man sich nach den jüngsten, zumeist über die Öffentlichkeit geführten Diskussionen wieder auf eine einheitliche Linie verständigt. "Das Gespräch ist durchaus positiv verlaufen. Es wurden mehrere Themen besprochen und wir haben in vielen Bereichen einiges weitergebracht", sagte Pucher.

Friedenspfeife Edlinger-Stronach

Der Burgenländer zeigte sich optimistisch, dass der Konflikt zwischen Stronach und Rapid-Präsident Rudolf Edlinger mit einer für beide Seiten annehmbaren Lösung beseitigt wird. "Sowohl Stronach als auch Edlinger sind große Persönlichkeiten in Österreich. Man kann ihnen zutrauen, dass sie die Fragen, die anstehen, gemeinsam bewältigen werden."

Die Doppelfunktion von Stronach als Liga-Boss und Austria-Mäzen sei zwar angesprochen worden, "aber hier haben wir uns auf einen guten größtmöglichen gemeinsamen Nenner hinbewegt", betonte Pucher, für den die Spekulationen um einen möglichen Stronach-Rücktritt "weit weniger Explosivität hatten, als man vermuten würde".

Grad und Edlinger zurückhaltend

Die Vereinspräsidenten hielten sich mit Kommentaren nach der Sitzung zurück. Austria-Vize Andreas Rudas etwa meinte nur, es sei vereinbart worden, "dass Pucher die Stellungnahmen abgibt". Auch der Stronach-kritische Pasching-Chef Franz Grad gab sich zugeknöpft und selbst Edlinger verzichtete auf Wortspenden: "Die Sache liegt beim Ethikkomitee, und solange sie nicht behandelt worden ist, werde ich mich dazu nicht mehr öffentlich äußern", sagte der frühere Finanzminister.

Mit der "Sache" ist die schriftliche Eingabe gemeint, die Rapid im Februar beim Ethikkomitee eingebracht hatte, weil der Verdacht im Raum stand, die Austria und damit deren Mäzen Stronach stelle der Admira kostenlos ausgemusterte Kaderspieler zur Verfügung. Stronach hatte danach in einem Schreiben an die Klub-Präsidenten die Vorwürfe zurückgewiesen und sogar seinen Rücktritt angeboten, sollte dieser von einer Mehrheit der Vereinsbosse gewünscht werden.

Entschiedung des Ethikkomitees folgt

Eine Entscheidung des Ethikkomitees wird für Ende März/Anfang April erwartet. Sollte es zu einer Verurteilung der Austria kommen, wären freilich die Wogen nicht mehr mühsam zu glätten und Konsequenzen wohl unvermeidlich.

Neben der "Causa Stronach" kamen auch andere Bereiche zur Sprache, so zum Beispiel die Klage des ORF gegen Bundesligisten, die dem Sender den Zutritt ins Stadion verwehrt hatten. "Hier geht es um die Werte der TV-Rechte, die wir bestmöglich sichern müssen", erklärte Pucher, betonte aber: "Wir haben nichts gegen den ORF. Er ist eingeladen, die Drittrechte zu erwerben." Der Mattersburg-Obmann bekräftigte in diesem Zusammenhang noch einmal, dass die Samstag-Beginnzeiten (18:30 Uhr) unverändert bleiben.(APA)