San Francisco - Ein kalifornischer Richter hat am Montagabend das Verbot von Homo-Ehen in Kalifornien für verfassungswidrig erklärt. Der Staat habe nicht das Recht, Ehen ausschließlich auf die Verbindung zwischen Mann und Frau zu beschränken, befand Richter Richard Kramer in San Francisco.

Mit dieser Entscheidung habe der Superior Court den Weg für die Trauung von schwulen und lesbischen Paaren, wie sie seit Mai vorigen Jahres in Massachusetts erlaubt sind, geebnet, berichteten US-Medien.

Die Stadtverwaltung von San Francisco und einige homosexuelle Paare hatten gegen das bestehende Verbot von Homo-Ehen in Kalifornien geklagt. Bei einem Volksentscheid im Jahr 2000 hatte eine große Mehrheit der kalifornischen Wähler für eine Ehe ausschließlich zwischen Mann und Frau gestimmt. Aus der Sicht der Kläger verstößt dies jedoch gegen die Gleichstellungsgesetze des Staates.

San Franciscos demokratischer Bürgermeister Gavin Newsom hatte im Februar vorigen Jahres grünes Licht für die Trauung von Lesben und Schwulen gegeben. Knapp 4000 Paare gaben sich das Ja-wort, bevor die von der Staatsanwaltschaft aufgerufenen Richter einen Monat später einen sofortigen Stopp der Eheschließungen bis zur endgültigen Klärung des Falles anordneten. Auch Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger sagte, er werde homosexuelle Ehen nicht anerkennen.

Der Oberste Gerichtshof in Massachusetts entschied im November 2003, dass eine Verweigerung der staatlichen Trauung von Paaren des selben Geschlechts diskriminierend sei und die Verfassung des US-Staates verletze. In Massachusetts ist damit als erstem US-Staat die Homo-Ehe erlaubt. (dpa/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.3.2005)