Innsbruck - Weil sie ihre beiden Kinder bereits zwei Tage vor Beginn der Weihnachtsferien aus der Schule genommen hat, um auf Urlaub zu fahren, muss eine Mutter in Tirol jetzt 110 Euro Strafe bezahlen oder ersatzweise einen Tag ins Gefängnis gehen.

Die Frau aus Inzing (Bezirk Innsbruck-Land) hatte im Herbst 2004 eine Urlaubsreise gebucht. Sie hatte gehofft, dass die Kinder zwei Tage frei bekommen würden. Die Schuldirektion hat das jedoch nicht genehmigt. Umbuchen oder stornieren wäre zu teuer gekommen, daher nahm die Frau eine Anzeige wegen Schulschwänzens ihrer Kinder bei der Bezirkshauptmannschaft in Kauf.

Schüler können dem Schulgesetz zufolge bis zu einer Woche vom Unterricht freigestellt werden. Die Schulleitung kann darüber nach eigenem Ermessen entscheiden. Die zuständige Direktorin in Inzing hat sich jedoch auf einen früheren Beschluss der Lehrerkonferenz berufen, wonach es keine Freistellung für Urlaubsfahrten gebe.

Die Frau hat bei der Bezirkshauptmannschaft Berufung eingelegt. Die Tirolerin ist demnach überzeugt, dass ihre Kinder frei bekommen hätten, wenn sie den Weihnachtsurlaub als Familientreffen deklariert hätte. Sie hätte die Kinder auch krankmelden können, wie dies andere Eltern tun, sagte sie im ORF-Radio. Doch sie habe den "ehrlichen Weg" wählen wollen. (APA)