Bulgarische Kinderbanden versuchen seit letztem Jahr in Österreich Geschäfte zu machen, berichtet das Radio-Nachrichtenmagazin Ö1. Bereits über 400 bulgarische Mädchen sollen seit vergangenem Jahr zum Betteln in Wien eingesetzt worden sein. Dabei müssen die Jugendlichen Geldbeträge bis zu 300 Euro am Tag heranschaffen, wenn sie die Summen nicht erreichen drohen Prügelstrafen, Nahrungsentzug oder auch Abschiebung in die Prostitution.

Die Bandenbosse suchen die Kinder gezielt in der armen Roma-Bevölkerung. Den Kindern ist der Zugang zu Schulen durch Geldmangel der Eltern fast durchwegs verwehrt. Die Arbeitslosigkeit unter der bulgarischen Roma-Bevölkerung liegt bei 70 Prozent.

Aus Überlebensnot im Teufelskreis

Bisher wurden von der Polizei aufgegriffene Jugendliche solange in einem Integrationsheim untergebracht, bis sie wieder in ihr Heimatland zurückgebracht wurden, wo die Kinder bald wieder aus Überlebensnot von den Kinderbanden abhängig waren. Die Kinder sind alle unter 14-Jahren und fallen vor Gericht damit unter den Jugendschutz.

Die Wiener Polizei hat nun begonnen zusammen mit einer Hilfsorganisationen in Bulgarien zusammenzuarbeiten um das Problem der Kinderbanden bereits vor Ort in den Griff zu bekommen. (red)