Moskau - Die russische Regierung hat am Mittwoch über mögliche Wirtschaftssanktionen gegen Moldawien beraten. Die Beibehaltung oder Streichung von Vorzugsklauseln werde "von der politischen Haltung, die Chisinau in für Russland wichtigen Fragen einnimmt" abhängen, sagte Regierungsvertreter Denis Moltschanow in Moskau der Nachrichtenagentur Interfax.

Moldawien lehnt sich seit einiger Zeit an die Europäische Union an. Die EU legte Ende 2004 einen dreijährigen "Aktionsplan" für Moldawien vor, der die Anpassung des Landes an die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen Europas fördern soll. Die bisherige kommunistische Regierung verfolgt einen harten Kurs gegen die von Russland unterstützte, abtrünnige Dnjestr-Republik (Transnistrien).

Bereits vor den moldawischen Parlamentswahlen am 6. März hatte das russische Parlament Sanktionen gefordert. Die Exporte moldawischer Agrarprodukte nach Russland sollten demzufolge erschwert werden. Vor allem die Einführung einer Visapflicht würde Moldawien treffen, weil hunderttausende Gastarbeiter aus der ehemaligen Sowjetrepublik ihren Lebensunterhalt in Russland verdienen.

Die Kommunisten konnten sich trotz Stimmenverlusten bei den Parlamentswahlen behaupten; die pro-europäische Partei von Präsident Wladimir Woronin erzielte 46,1 Prozent der Stimmen. (APA/dpa)