Bild nicht mehr verfügbar.

Veteranen der lettischen Legion der Waffen-SS und ihre Anhänger marschierten am Mittwoch unbehelligt durch Rigas Straßen.

Foto: REUTERS/STAFF
Im Vorfeld der großen Feiern zum 60. Jahrestag seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich Lettland einigen Erklärungsbedarf aufgehalst. Die Hauptstadt Riga hat den Veteranen der lettischen Legion der Waffen-SS erlaubt, am 16. März einen Umzug zu veranstalten. Der Marsch fand schon in früheren Jahren – allerdings bis 2004 ohne offizielle Genehmigung – statt und stößt auf Kritik in Russland, Europa und Israel. Der 16. März gilt als Jahrestag der Kämpfe der Waffen-SS mit der Roten Armee.

Mit den Veteranen marschierten am Mittwoch auch junge Ultranationalisten. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit Antifaschisten. An die 30 Gegendemonstranten wurden verhaftet. Lettland hatte, wie Estland, schon mehrfach die russischsprachigen Bürger, die in beiden Ländern um die 30 Prozent der Bevölkerung ausmachen, mit Denkmalplänen für die Waffen-SS gereizt. Im Aufmarsch der SS- Veteranen und nationalistischer Jugendorganisationen sieht Russland eine Duldung neonazistischer Tendenzen. Der Vorsitzende des russischen Duma-Ausschusses für die GUS, Andrej Kokoschin, rief die EU und den Europarat auf, die Vorgänge im Baltikum genauer zu beobachten.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat eine Reihe westlicher Staatschefs nach Moskau eingeladen, um "den Sieg über den Faschismus" zu feiern. Von den baltischen Staatschefs haben der litauische und der estnische abgesagt, nur Lettlands Präsidentin Vaira Vike-Freiberga, die den 16. März erklärtermaßen nicht als Tag der Helden sieht, fährt nach Moskau. (DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 17.3.2005)