Wien - Der Streit zwischen dem Verband Druck- und Medientechnik sowie der Gewerkschaft Druck, Journalismus, Papier könnte eskalieren. Laut Gewerkschaft hätten die Arbeitgeber den Kollektivvertrag gekündigt. "Sollten die Arbeitgeber ihr Paket nicht zurücknehmen, dann wird es Maßnahmen geben", erklärte der Vorsitzende der Gewerkschaft Druck, Journalismus, Papier, Franz Bittner, am Mittwochabend gegenüber der APA. Eine entscheidende Gesprächsrunde dazu soll es am Donnerstag geben.

Welche Schritte die Gewerkschafter konkret ergreifen würden, blieb offen. Gewerkschaftskreise verwiesen aber auf den guten "Organisationsgrad" der Drucker, bereits am Donnerstag könnte es deshalb zu weiteren "Informationsveranstaltungen" kommen. Bittner sprach darüber hinaus von einem "ersten Testfall für das Flexibilisierungsverständnis der Arbeitgeber im Kollektivvertragsbereich".

Noch Ende Februar beim "Flexibilisierungsgipfel" hätte Wirtschaftskammerchef Christoph Leitl betont, dass es ihm nicht um Lohnkürzungen gehe. Auch der Chef der Industriellenvereinigung Veit Sorger habe erklärt, dass es bei der Flexibilisierung nicht um Lohnkürzungen gehe, so Bittner. Die Auseinandersetzung um den Drucker-Kollektivvertrag werde deshalb auch zu einem "Testfall für die Handschlagqualität von Leitl und Sorger".

GPA will Drucker "aktiv unterstützen"

Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) werde die Drucker "aktiv unterstützen", kündigte GPA-Vorsitzender Wolfgang Katzian an. Eine "Erpressung durch einen einseitigen KV-Wechsel darf nicht durchgehen", erklärte der GPA-Chef mit Verweis auf den KV-Wechsel bei der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). Auch ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch verwahrte sich gegen das "Diktat der Kündigungen". Flexible Arbeitszeit im Sinne der Unternehmen bedeute "Lohnraub" für die Arbeitnehmer.

Nach Berechnungen der Gewerkschafter bedeute das "Forderungspaket" der Arbeitgeber für die Beschäftigten in der Branche einen jährlichen Verlust von 45 Mio. Euro. Dies entspreche für jeden einzelnen einem Verlust von 8.000 bis 14.000 Euro jährlich. (APA)