Tokio - Die japanische Opposition setzt sich für den ehemaligen Schachweltmeister Bobby Fischer ein. Fischer werde ungerecht behandelt, sagte Mizuho Fukushima, Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei in Japan, am Mittwoch. Sie sehe aber die Möglichkeit, dass Fischer nach Island reisen könne, wenn er die isländische Staatsbürgerschaft erlange.

Islands Behörden haben Fischer einen Ausländerpass und eine Aufenthaltsgenehmigung angeboten. Die isländische Staatsbürgerschaft hat Fischer noch nicht. Er wird seit Juli in Japan festgehalten, wo er mit einem abgelaufenen US-Pass aufgegriffen worden war. Die japanische Einwanderungsbehörde hatte erklärt, außer in Ausnahmefällen könne ein Ausländer nur in ein Land abgeschoben werden, dessen Staatsbürger er ist. Bei Fischer sei kein Grund für eine Ausnahme zu erkennen.

Die US-Behörden werfen Fischer vor, 1992 mit der Teilnahme an einem Schachturnier im damaligen Jugoslawien gegen Sanktionen verstoßen zu haben, und drohen dem 62-Jährigen deshalb mit bis zu zehn Jahren Haft. (AP, DER STANDARD Printausgabe 17.3.2005)