Fast gebetsmühlenartig wiederholen Reiseveranstalter dieses Faktum, zunehmend mit Erfolg: "Auf Bali gab es überhaupt keine Auswirkungen des Tsunami, und davon hat die Insel auch profitiert", erklärt Michael Hirschinger vom Asienspezialisten Jumbo Touristik. Auch das touristisch bisher weniger erschlossene Malaysia entwickle sich gut.

In den von der Flut massiv betroffenen Regionen wie Teilen von Sri Lanka sowie im thailändischen Phuket und Krabi versucht man bei Jumbo hingegen mit Sonderangeboten zu punkten: Rund 20 bis 30 Prozent des Preises im Vergleich zu Vor-Tsunami-Zeiten können Urlauber hier jetzt sparen. Wichtig sei es auch hier zu differenzieren: "Phuket und Krabi sind wieder ohne Einschränkungen buchbar", so Jumbo-Geschäftsführer Christian Bruckmüller nach einer kürzlich unternommenen Reise vor Ort. In Khao Lak allerdings sei bis auf Weiteres kein Betrieb, die gesamte Ostküste Thailands sowie alle Rundreisen im Norden des Landes böten hingegen perfekte Urlaubsbedingungen. Auf Sri Lanka seien die Badehotels nördlich von Hikkaduwa großteils wieder in Betrieb.

Diese Einschätzung teilt man auch bei Asienspezialisten Tai Pan: Nicht nur bei den Neubuchungen, sondern auch bei Umbuchungen seien Bali und Malaysia stark gefragt. Khao Lak hält auch Tai-Pan-Geschäftsführer Günter Krause für nicht bereisbar, in Phuket habe der touristische Betrieb wieder begonnen. "Wir sagen den Kunden aber offen dazu, dass sie hier vereinzelt mit Adaptierungsarbeiten zu tun haben, die den Aufenthalt aber nicht wirklich beeinträchtigen." Sowohl für Phuket als auch für Krabi gibt es bei Tai Pan derzeit Spezialangebote.

Weniger stark als die Spezialveranstalter sind die Branchenriesen

... von den Folgen der Flutkatastrophe betroffen: Abgesehen von leichten Verschiebungen von Thailand in die Karibik und in das südliche Afrika sieht Charly Wippel von Thomas Cook Österreich (Hauptmarke Neckermann) kaum Bewegung im Asiengeschäft. "Sowohl die Malediven als auch Sri Lanka entwickeln sich bei uns ganz normal, die bestehenden Buchungen sind zum Großteil aufrecht geblieben, und jene, die Fernreisen machen wollten, haben sich auch kurz- oder mittelfristig dafür entschieden."

Im Unterschied zu den oben genannten Spezialanbietern aus Österreich biete man Sri Lanka zu ganz normalen Prospektpreisen an. Als Großveranstalter habe man bei den Destinationen eben mehr Alternativen anzubieten. "Es gibt aber gerade in Thailand viele Stammgäste, die sagen: Erst recht fahre ich jetzt dorthin", meint Wippel und unterstreicht, dass er das sehr positiv findet. Ein Großteil der Malediven- Inseln aus dem Programm von TUI und Gulet Touristik blieb von der Katastrophe komplett verschont. Bis dato gibt es hier also kaum Preisreduktionen, da angenommen wird, dass sich das Buchungsverhalten nicht ändert, Sri Lanka hingegen wird auch bei der TUI billiger. Tanja Paar/Der Standard/rondo/18/03/2005)