Wien - Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) hat am Donnerstag ihr Bemühen betont, Frauen an den Universitäten zu fördern. In der Fragestunde des Bundesrates meinte die Ressortchefin, dass sie den "hohen Standard" fortführen werde, die Förderung von Frauen sei jetzt schon "voll verankert". Um den Frauenanteil bei naturwissenschaftlichen Forschern zu erhöhen, sei es angebracht, dass man Frauen mehr für Naturwissenschaften begeistere, "weil Frauen mindestens so logisch denken wie Männer".

Finanzielles Anreizprogramm

Es gebe an allen Universitäten Arbeitskreise für Gleichbehandlung, zudem Frauenförderpläne. Um insgesamt die Anzahl der weiblichen Universitätsprofessoren zu erhöhen, werde nach dem Prinzip der positiven Diskriminierung vorgegangen, d.h. eine Frau wird bei gleicher Qualifikation dem Mann vorgezogen. Es sei für die Universitäten auch ein finanzielles Anreizprogramm vorgesehen, nämlich "Professorin mal zwei": wenn die Hochschulen Frauen anstellen, dann bekommen sie eine Prämie hinzu. Studentinnen wolle Gehrer das Vereinbaren von Studium und Kinderbetreuungspflichten ermöglichen.

Nein zu Numerus clausus

Eine Erhöhung der Studiengebühren an den Universitäten schloss Gehrer dezidiert aus. Ebenso wolle man in Österreich keinen Numerus clausus einführen: Der Numerus clausus sei in Deutschland "mäßig erfolgreich und wir werden nicht etwas, dass nur mäßig erfolgreich ist, einführen".

Im Zusammenhang mit ganztägigen Schulformen betonte die ÖVP-Politikerin, dass acht Millionen Euro an Budgetmittel jeweils 2005 und 2006 dafür vorgesehen seien. Derzeit habe man 50.000 Betreuungsplätze, pro Jahr könnten diese um 10.000 erhöht werden - wenn dies dem Bedarf der Eltern entspreche. In den meisten Schulen seien jedenfalls die räumlichen Möglichkeiten für eine Ganztagsbetreuung gegeben, und deshalb seien dafür keine "enorme Umbauten" nötig.

Sie bekräftigte erneut, dass Eliteuniversitäten nicht ausschließlich über öffentliche Budgetmittel finanziert werden könnten, sondern auch privater Investitionen bedürften. Den Universitäten wird "auf alle Fälle" nichts von ihrem Budget weggenommen. (APA)